Mitgliederinformation 07/2017, Die Meinung der Recycling-Branche

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband führt seit 25 Jahren Umfragen bei seinen Mitgliedern durch, sowohl hinsichtlich der mengenmäßigen Entwicklung aber auch mehrerer qualitativer Merkmale (z.B.: Marktlage, Güteschutz).

Für das Jahr 2016 legen wir Ihnen die entsprechende Auswertung nun bei. Gleichzeitig bedanken wir uns bei all jenen Betrieben – und das sind sehr viele! – die sich die Mühe machten, uns den Fragebogen ausgefüllt zu retournieren.

Gerne steht Ihnen die Geschäftsstelle auch für Detailfragen zur Verfügung, sollten Sie aus der allgemeinen Auswertung heraus noch zusätzliche allgemeine Ergebnisse wünschen.

Wir wünschen Ihnen bei dieser Gelegenheit schöne und erholsame Osterfeiertage!

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer

Dipl.-Ing. Martin Car

Baustoff-Recycling-Wirtschaft

Das meinen die Recycling-Betriebe

Nach umsatzschwächeren Jahren 2015 und 2016 besteht nunmehr – offensichtlich aufgrund der vom BRV geforderten, zwischenzeitlich auch realisierten Novelle der Recycling-Verordnung – wieder ein positiver Ausblick in die Zukunft: Für 2017 wird eine Steigerung von fast 8 % gegenüber 2016 mengenmäßig erwartet. Trotz dieses Optimismus, wollen die Recycling-Betriebe die Recycling-Baustoffverordnung nochmals angepasst wissen. Unabhängig davon wurde gerade im Jahr 2016 hinsichtlich des Vollzuges der bestehenden Gesetze (insbesondere ALSAG) das schlechteste Urteil der letzten 15 Jahre abgegeben.

Im Detail

Die Input-Situation für Recycling-Betriebe ist schon seit Jahren als konstant gut zu bezeichnen. Dennoch ist die Absatzsituation im gleichen Zeitraum weiterhin schlecht geblieben. Es fehlt offensichtlich an marktfördernden Instrumenten, wie beispielsweise die Festlegung einer Recycling-Quote oder sonstiger Anreize zur Förderung des Einsatzes von Recycling-Baustoffen. Die Betriebe sind dennoch optimistisch, im Vergleich zum Vorjahr wird die Einstufung nach erhöhter Nachfrage optimistisch gesehen.

Das Thema Güteschutz hatte seinen höchsten Punkt im Jahre 2012 erreicht. Seit dieser Zeit wird die Frage der Bedeutung jährlich etwas geringer bemessen, wenngleich noch immer dem Güteschutz ein hoher Stellenwert zugeschrieben wird. Dies gilt sowohl für Recycling-Baustoffe als auch für die mobilen Anlagen.

Das erwarten sich BRV-Mitglieder

Den größten Wert legen BRV-Mitglieder auf die Information von Betroffenen, wobei dabei vorwiegend Bauherren, Gemeinden, Baufirmen und Landesdienststellen angeführt werden. Einen weiteren hohen Stellenwert nimmt die Inneninformation, also die Mitgliederinformation und die Betreuung durch die Geschäftsstelle ein. An 3. Stelle wird der Vollzug bestehender Gesetze gefordert, wobei hier die RBV, das AWG, das ALSAG im Vordergrund stehen. Erfreulich ist auch die Feststellung, dass die Tätigkeit des BRV und die Auswirkungen auf die Branche mit der Schulnote „Gut“ beurteilt werden, was insgesamt als sehr günstig zu bezeichnen ist. Die Schaffung weiterer Arbeitskreise wird weniger befürwortet, wenn, dann nur zu den Themen „Entbürokratisierung“, „Einsatz von Recycling-Baustoffen, insbesondere für Hochbau-Restmassen“.

Die Mengen

Als durchaus erfreulich ist die stetig steigende Auslastung der Recycling-Anlagen zu erwähnen, wenngleich noch sehr viel Kapazität offen ist: stieg die Auslastung insgesamt in den letzten 4 Jahren um gut 10 % an, liegt sie dennoch erst bei knapp 50 %.

Interessant ist dabei die unterschiedliche Entwicklung der Stoffgruppen: Teilte sich 2002 noch der Markt je ein Drittel auf Asphalt, Beton und Hochbau-Restmassen auf, so nimmt Asphalt nunmehr nur 15 % ein, während Beton 40 %, Hochbau-Restmassen rund 35 % Marktanteil aufweisen (Rest z.B.: rezykliertes Gestein). Interessant ist auch die Gesamtentwicklung über diesen Zeitraum: Asphalt stagniert bei etwa 1,2 Mio. t, während Hochbau-Restmassen auf 2,6 und Beton auf 2,8 Mio. t im Jahre 2017 ansteigen werden.

(Grafik Prognose 2017: siehe PDF-Anhang)

Nach den vom BRV erhobenen und hochgerechneten Zahlen wurden 2016 6,8 Mio. Bau-restmassen aufbereitet. Den höchsten Anteil hatte dabei Beton (2,6 Mio. t), gefolgt von mineralischen Hochbau-Restmassen (2,2 Mio. t) und Asphalt (1,1 Mio. t). Danach folgten die Herstellung von rezykliertem Gestein (0,3 Mio. t) sowie die Aufbereitung von Baustellenabfällen (0,2 Mio. t). Die restlichen Mengen bilden sich aus der Herstellung von rezykliertem Misch-granulat und der Aufbereitung von kontaminierten Böden bzw. Sonstigem.

Für 2017 werden Steigerungen in allen Bereichen erwartet, insgesamt auf 7,2 Mio. t aufbereiteter Qualitätsbaustoffe. Dies entspricht einer Steigerung von über 7 %.