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CE-Kennzeichnung

RECYCLING-BAUSTOFFE Umweltverträglich, CE-konform

Mit 1. Juni 2004 wurde die CE-Kennzeichnung für Gesteinskörnungen eingeführt – damit auch für Recycling-Baustoffe. Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband gab mit Juni 2004 eine vollkommen überarbeitete Richtlinie für RA, RAB, RB und RM heraus. Dabei wurden auch Adaptierungen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit durchgeführt.

CE-Kennzeichnung

Die Bauproduktenrichtlinie legt fest, dass Baustoffe, die dauerhaft in Bauwerke eingebaut werden, bestimmten Kriterien, die im Hinblick auf Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, Energieeinsparung und Wirtschaftlichkeit festzulegen sind, einhalten müssen. Produkte, die unter diese Richtlinie fallen, müssen den veröffentlichten harmonisierten Normen entsprechen und, wenn sie in Verkehr gebracht werden, auch das CE-Zeichen tragen. Das CE-Zeichen ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Zeichen, das vom Hersteller angebracht werden muss, damit er das Produkt in Verkehr bringen darf. Damit soll der Abbau von Handelshemmnissen und ein EU-einheitliches Sicherheitsniveau sichergestellt werden. Die CE-Kennzeichnung ist beispielsweise bei Produkten die den ÖNORMEN B 3130 bis 3136 entsprechen (Beton, Asphalt, Leichtzuschläge, Mörtel, Gleisschotter, Wasserbausteine) nunmehr verpflichtend.

Das neue System verlagert die Verantwortung für eine Deklaration der Produkteigenschaften vollkommen zum Hersteller. Das Anbringen der CE-Kennzeichnung ist Aufgabe des Herstellers und kann nur dann gesetzeskonform erfolgen, wenn folgende Regeln eingehalten werden:

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  • Erstprüfung
  • Werkseigene Produktionskontrolle
  • Erstellen von Begleitinformationen zum CE-Zeichen (z.B. „kleiner Schwellenwert“)
  • Eigenüberwachung zur Bestätigung der Erstprüfung

Die Nichtbestätigung der Erstprüfung (d.h. die Eigenüberwachung liefert abweichende Ergebnisse) verlangt eine neue Erstprüfung. Die Erstprüfung ist so lange gültig, bis sie eben widerlegt wird.

Richtlinie für Recycling-Baustoffe

In der 6. Auflage der Richtlinie für Recycling-Baustoffe wurde speziell die Adaptierung an die CE-Kennzeichnung vorgenommen. Weiters wurde aufgrund erster Erfahrungen im Bereich der Umweltverträglichkeitsbeurteilung eine Nachjustierung (Probenahme, PAK-Grenzwerte) in Abstimmung mit dem Umweltressort durchgeführt.

Speziell wurden folgende neue Regelwerke berücksichtigt:

RVS 8S.01.41 Anforderungen an Asphaltmischgut, 1. Mai 2004
RVS 8S.05.11 Ungebundene Tragschichten, 1. Mai 2004 inkl. Änderung 1. 8. 2004
ÖNORM B 3130 Gesteinskörnungen für Asphalt- und Oberflächenbehandlung für Straßen; Regeln zur Umsetzung der ÖN EN 13043: Juni 2003
ÖNORM B 3131 Gesteinskörnungen für Beton, Regeln zur Umsetzung der ÖN EN 12620; April 2003
ÖNORM B 3132 Gesteinskörnungen für ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische für Ingenieur- und Straßenbau; Regeln zur Umsetzung der ÖN EN 13242; April 2003
ÖNORM B 4710-1 Beton: Festlegung, Herstellung, Verwendung und Konformitätsnachweis; April 2004

Damit ergeben sich neue Anforderungen hinsichtlich der stofflichen Zusammensetzung (Fremdanteil, Bindemittelgehalt, Verunreinigung, Mischverhältnis) und bautechnische Eigenschaften (Korngrößenverteilung, Kornform, Frostsicherheit, Widerstand gegen Zertrümmerung, Wasseraufnahme, Widerstand gegen Frost-Tau-Wechsel).

Beibehalten wurde hingegen die Einteilung in

  • Bautechnische Güteklassen
  • Umwelttechnische Qualitätsklassen

Die bautechnischen Güteklassen (I, IIa und IIb, III) sind in Abhängigkeit des Einsatzzweckes zu sehen: Güteklasse I ist bspw. für obere und untere ungebundene Tragschichten im Straßenbau nach RVS 8S.01.31 und RVS 8S.05.11 sofort einsetzbar. Güteklasse IIa ist ebenso noch frostsicher, während IIb und III vorwiegend für hydraulisch gebundene Tragschichten, Auffüllungen, Wegebau etc. zum Einsatz kommt.

Zur Wahrung der Schutzinteressen, insbesondere des Grundwasserschutzes, werden die Recycling-Baustoffe in Qualitätsklassen eingeteilt (A+, A, B). Während die Qualitätsklasse A+ selbst in hydrogeologisch sensiblen Gebieten ungebunden ohne Deckschicht zum Einsatz kommen kann, ist Qualitätsklasse B nur in gebundener Form oder ungebunden mit Deckschicht (z.B. Betondeckschicht) in hydrologisch weniger sensiblen Gebieten einsetzbar.

Neues zur Umweltverträglichkeit

Die Umweltverträglichkeit wurde aufbauend auf einer Studie des Umweltbundesamtes vom Umweltressort des BMLFUW für das gesamte Bundesgebiet in Abstimmung mit dem BRV festgelegt. Die Festlegung findet sich im Punkt 5 der Richtlinie für Recycling-Baustoffe.

Aufgrund der Erfahrungen mit Recycling-Baustoffen ist davon auszugehen, dass bei Einhaltung der Grenzwerte für pH-Wert, Elektrische Leitfähigkeit, Chrom, Kupfer, Ammonium, Nitrit, Sulfat, Summe KW und PAK-Gesamtgehalt auch die allgemeinen Anforderungen eingehalten werden.

Neu ist in der Juni-Ausgabe der Richtlinie die Grenzwertfestlegung für PAK: Aus den Erfahrungen der Gütezeichenvergabe wurde festgestellt, dass selbst Neuasphalt die ehemals festgelegten Grenzwerte kaum einhalten hatte können. Die nunmehrige Regelung legt strikt die Art der Probenahme und adaptierte Grenzwerte fest.

Güteschutz versus CE-Kennzeichnung:

Das Güteschutzzeichen (siehe Abbildung) ist eine für den Auftraggeber wichtige Kennzeichnung:

Während das CE-Kennzeichen „nur“ ein europäisches Inverkehrbringen erlaubt (nach genau festgelegten und durchaus respektablen Anforderungen) geht das Gütezeichen für Recycling-Baustoffe weiter: Es verlangt regelmäßige Fremdüberwachungen des Baustoffe durch ein akkreditiertes Laboratorium, mit dem ein Überwachungsvertrag über längere Zeit abgeschlossen werden muss. Die Prüfprotokolle der Fremdüberwachung müssen dem Güteschutzverband für Recycling-Baustoffe zur Verfügung gestellt werden, der diese im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit überprüft. Der Güteschutzverband setzt sich aus Fachleuten des Umweltministeriums, der Technischen Universität, der Baudirektionen der Länder, der Forschungsgemeinschaft Straße und Verkehr und der Recylcing-Wirtschaft zusammen und stellt somit ein objektives Gremium dar. Er vergibt das Gütezeichen im Auftrag des BMWA. Auftraggeber, die gütegeschützte Recycling-Baustoffe in die Ausschreibung aufnehmen, haben gegenüber „Einzelprüfungszeugnissen“ den Vorteil, Baustoffe von einem Betrieb zu bestellen, der konstant gleich bleibende, von einer unabhängigen Prüfstelle bestätigte Qualität geliefert zu erhalten. Aus diesem Grund ist in praktisch allen Standardleistungsbeschreibungen (LB-HB, RVS, …) das Regelwerk des Baustoff-Recycling Verbandes die Grundlage für den Einsatz von Recycling-Baustoffen.

Zusammenfassung

Wer recyclierte Baustoffe zum Einsatz bringt (erzeugt), hilft der Kreislaufwirtschaft und damit der Umwelt. Voraussetzung dabei ist die Einhaltung der Richtlinien für Recycling-Baustoffe. Die soeben neu herausgegebene 6. Auflage der Richtlinie (Juni 2004) erlaubt eine CE-konforme Produktion, also eine gesetzlich Notwendigkeit! Anders produzierte Baustoffe dürfen seit 1. Juni 2004 für die Herstellung von Straßen, Betone etc. nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Die neue Festlegung und Auszeichnung der Umweltverträglichkeit gibt dem Auftraggeber (Bauherrn) die Sicherheit, einen umweltverträglichen Baustoff einzusetzen. Gleichzeitig stellt das CE-Zeichen sicher, dass das Recyclat jedenfalls ein Produkt ist und somit beispielsweise nicht mehr dem Altlastenbeitrag – sofern gesetzeskonform eingesetzt – unterliegt. Das Gütezeichen für Recycling-Baustoffe ist ein Garant für gleich bleibende, durch externe Stellen überwachte, Qualität. Die Richtlinie ist über dem Baustoff-Recycling Verband, www.brv.at, Karlsgasse 5, 1040 Wien, erhältlich.

Autor: Dipl. Ing. Martin CAR
Baustoff-Recycling Verband
1040 Wien, Karlsg. 5

http://www.brv.at

Anforderungsschein

"Bezeichnung von Recycling Baustoffen"

Die Bezeichnung der Recycling-Baustoffe setzt sich aus Stoffbezeichnung, Güteklasse, Sieblinienbereich und Qualitätsklasse zusammen:

RB IIa 0/32 A

Recycliertes Betongranulat der bautechnischen Güteklasse IIa mit Größtkorn 32 mm und mit der Umweltverträglichkeit (Qualitätsklasse) A. Der Baustoff ist bei Einhaltung der Richtlinie

  • CE-konform herstellbar
  • Frostsicher, der Baustoff ist bspw. für ungebundene untere Tragschichten verwendbar
  • Der Baustoff darf auch in hydrologisch sensiblen Gebieten in ungebundener Form mit Deckschicht oder in gebundener Form verwendet werden.