Mitgliederinformation 19/2017, Schwerpunkt HP14-Kriterium

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übermittelt Ihnen in der Beilage das Rundschreiben Nr. 19/2017.

Wie im letzten Rundschreiben angeführt, besteht die Möglichkeit der kostenlosen Überprüfung Ihres Recycling-Baustoffes auf Ökotoxizitität. Diese neue Überprüfung auf „Gefährlichkeit“ könnte möglicherweise im Frühjahr 2018 schlagend werden. Daher überprüfen wir heuer schon ausgewählte Recycling-baustoffe auf diese neue Anforderung. Bitte melden Sie der Geschäftsstelle des BRV jene Recycling-Baustoffe, die Sie bereit sind, der Prüfung zu unterziehen.

Speziell möchten wir darauf verweisen, dass der Bundesabfallwirtschaftsplan 2017 bis heute nicht veröffentlicht ist. Nähere Details, insbesondere In Zusammenhang mit dem Altlastensanierungsgesetz können Sie dem beiliegenden Rundschreiben entnehmen. Wir machen darauf aufmerksam, dass allerdings mit Veröffentlichung sofort und ohne Übergangsfrist der BAWP im Zusammenhang mit dem ALSAG anzuwenden ist und sich kalkulatorisch auf Bauvorhaben auswirken kann.

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband hat schon für Jänner ein erstes Seminar für den BAWP 2017 geplant. Nähere Informationen können wir allerdings erst nach Veröffentlichung dieses BAWP bekannt geben.

Wir weisen erneut auf unsere nächste Tagung hin, die zusammen mit der EQAR als internationaler Baustoff-Recycling-Tag auch Besucher aus dem Ausland nach Wien ziehen wird. Bitte notieren Sie sich den 22. März 2018 für diese Tagung.

Unsere nächsten Veranstaltungen:

  • 6.-8.11.2017:     Ausbildungskurs Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person (Wien)
  • 14.11.2017:       EDM-Seminar (Wien)
  • 22.-23.11.2017: Ausbildungskurs Recycling-Fachperson (Wien)

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer

Dipl.-Ing. Martin Car
(elektronisch erstellt und versandt)



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 19/2017

  1. Rechtsangelegenheiten

 1.1 BAWP 2017 und ALSAG-Novelle

Wie schon in mehreren Rundschreiben erläutert, ist der Bundesabfallwirtschaftsplan 2017 bis heute noch nicht veröffentlicht.

Der BAWP 2017 muss auf Basis des AWG 2002 bis 1.7.2017 veröffentlicht sein. Das BMLFUW ist damit säumig, die vorgegebene Frist in der Zwischenzeit um 4 Monate überschritten.

Da das Altlastensanierungsgesetz durch die im April veröffentliche Novelle sich auf den Bundesabfallwirtschaftsplan bezieht, wäre ein gemeinsames Inkrafttreten (1.7.2017) geplant gewesen. Während das Altlastensanierungsgesetz undatiert auf den BAWP bezieht, ist somit, wie schon mehrfach angeführt, der BAWP 2011 durch die ALSAG-Novelle verbindlich geworden.

Wir verweisen darauf, dass der Österreichische Baustoff-Recycling Verband in der Annahme, dass die Veröffentlichung sich verzögern wird, schon per 1. August 2017 ein eigenes Merkblatt (Beitragsfrei Verwerten – Verwerten auf Baustellen ohne Beitragspflicht nach Altlastensa-nierungsgesetz) herausgebracht hat. Dieses erläutert praxisgerecht, welche spezifischen Anforderungen an Recycling-Baustoffe bzw. Bodenaushub in Bezug auf die Novelle des ALSAGs zu berücksichtigen ist.

Diese Informationsbroschüre kann jederzeit kostenfrei über die Geschäftsstelle des BRV bezogen werden.

Hinweis: Da mit Veröffentlichung des BAWP 2017 ohne Übergangsfrist sofort dieser im Sinne des Altlastensanierungsgesetzes anzuwenden ist, möchten wir auf die kalkulatorischen Ungereimtheiten hinweisen. So lässt beispielsweise der BAWP 2017 auch eine Aufbereitung verunreinigter Ausgangsmaterialien für das Baustoff-Recycling zu, was der BAWP 2011 in dieser Form nicht kannte. Weiters gibt es nähere Definitionen für Aushubmaterial sowie eine Erweiterung bzw. Neueinführung der Qualitätsklasse „IN“, die Materialqualitäten bis Inertabfall-Stoffqualität zulassen.

Nähere Details zum BAWP 2017 werden wir Ihnen unmittelbar nach der Veröffentlichung mittels Rundschreiben bekannt geben. Ein Veröffentlichungstermin ist derzeit nicht abschätzbar.

  1. Technische Angelegenheiten

 2.1 BRV-Stellungnahme zum Entwurf B 4710-1 Beton

Über den Sommer wurde die ÖNORM B 4710-1 „Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung, Verbrennung und Konformität“ zur Begutachtung aufgelegt.

Der BRV nahm dies zum Anlass und gab eine entsprechende Stellungnahme innerhalb der Begutachtungsfrist ab.

Weiters wurde eine objektive gutachterliche Stellungnahme von einer deutschen Universitätsprofessorin für Betonnechnik, Frau Prof. Dr. Angelika Mettke, eingeholt.

Ziel war es, im Interesse der Schonung von primären Ressourcen und effizienten Umgang mit Rohstoff durch Steigerung der Ressourceneffizienz zur Verbesserung des Recyclings eine Einbeziehung von Recycling-Baustoffen in die ÖNORM B 4710-1 in weit höherem Maß als bisher vorgesehen, zu forcieren. Der Entwurf hingegen sah nur den Einsatz von geprüften Baustoff-Materialien, die insbesondere für RH-B, für untergeordnete Betonqualität mit geringen Produktionsmengen vor.

Nach einer ersten Behandlung der Stellungnahme im Normungsinstitut ist nunmehr der Einsatz für RH-B-Material erweitert worden (auf XC2 bei trockener Anwendung und mittels alternativer Aufbereitungsmethode).

Wir werden Sie nach Vorliegen der zu erwartenden Norm im Detail informieren.

 

2.2 BRV initiiert HP14-Prüfungen

Die EU-Verordnung 2017/997 vom 8. Juni 2017 ändert die gefahrenrelevante Eigenschaft HP14 „ökotoxisch“. Das Inkraftsetzen dieser Verordnung ist für 8. Juli 2018 vorgegeben.

Die ökotoxikologische Charakterisierung von Abfällen soll durch eine Kombination chemischer und biologischer Untersuchungsmethoden erfolgen, da sich die Gefährlichkeit von Abfällen durch einen Vergleich chemischer Analysenwerte mit bestehenden Schwellenwerten nicht ausreichend ableiten lässt. Eine Beurteilung der Umweltgefährlichkeit von Abfällen ist nur mit Hilfe biologischer Testverfahren möglich, da nur diese die Wirkung aller bioverfügbaren Kontaminationen (einschließlich deren möglicher Wechselwirkungen sowie analytisch nicht erfassbarer Abfallschadstoffe) abbilden können.

Auch Baurestmassen sind von dieser Regelung betroffen.

Besondere Bedeutung dieser Untersuchungen ist jedenfalls dann gegeben, wenn es für eine entsprechende Abfallschlüsselnummer auch entsprechende Spiegeleinträge gibt. Derzeit ist dies beispielsweise für die Schlüsselnummer 31.409 Bauschutt (Spiegeleintrag 31.441), 31.410 Straßenaufbruch (Spiegeleintrag 31.441), 31.427 Betonabbruch (Spiegeleintrag 31.441), 54.912 Bitumen/Asphalt (Spiegeleintrag 54.912 77) und 31.411 Bodenaushub (Spiegeleintrag 31.423 und 31.424) relevant.

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband möchte zeitgerecht Tests für die Ökotoxizität (HP14-Kriterium) mit Recycling-Beton, Recycling-Asphalt und rezykliertem mineralischem Granulat RMH durchführen. Wenngleich die

Testmethoden und die entsprechenden Verfahren noch nicht vorliegen, sollen die vom BRV initiierten Vortests Grenzen und Möglichkeiten abwägen, um im Gespräch mit dem Ministerium zukünftige Verfahren einzugrenzen bzw. die Praxistauglichkeit zu zeigen.

Aus diesem Grund werden Ende Oktober/Anfang November entsprechende Analysen seitens des BRV beauftragt werden.

Wir ersuchen daher, Mitgliedsbetriebe, die Interesse an einer derartigen, vom BRV bezahlten, Testung haben, sich direkt bei der Geschäftsstelle zu melden. Seitens des Mitgliedsbetriebes ist dabei die entsprechende Probenahme bzw. Versendung der Probe zum Prüflabor auf eigene Kosten zu veranlassen. Die Prüfkosten übernimmt der BRV. Das Ergebnis wird dem jeweiligen Betrieb und dem BRV übermittelt.

Die Mitgliedsunternehmung stimmt zu, dass die Ergebnisse für die statistische Auswertung in anonymisierter Form Verwendung finden dürfen.

  1. EU und Ausland

3.1 Der Technische Ausschuss der EQAR tagte erstmals in Bozen

Der vermehrte Einsatz von Recyclingbaustoffen unterstützt einen nachhaltigen und schonenden Umgang mit natürlichen Rohstoffen. Trotz höchster Qualität und genauer Überprüfung der aufbereiteten Baurestmassen gibt es in den meisten europäischen Ländern aber noch viele Vorbehalte gegenüber deren Einsatz. Dies wurde bei der Sitzung des Technischen Ausschusses der EQAR deutlich, der kürzlich erstmals in Bozen tagte. Dem Technischen Ausschuss gehören Vertreter aus folgenden Nationen an: Belgien, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Slowakei, Tschechische Republik und Großbritannien.

Gemeinsam bemühen sich die Mitgliedsverbände der EQAR auf EU-Ebene um eine Anerkennung von qualitätsgesicherten Recycling-Baustoffen als hochwertige Bauprodukte.

„Der Produktstatus für Recycling-Baustoffe ist für die Akzeptanzsteigerung und zur Erreichung hoher Baustoff-Recycling-Quoten unverzichtbar“, betont Dipl.-Ing. Martin Car, Vorsitzender des Technischen Ausschusses.

Um das Ziel der EU-Kommission, bis zum Jahr 2020 eine 70%ige Recycling- und Verwertungsquote bei mineralischen Bauabfällen zu erreichen, bedarf es verstärkter Anstrengungen. Nur durch praktikable Regelungen und eine konsequente Verwendung von Recycling-Baustoffen kann erreicht werden, dass die Recyclingquote in den Mitgliedsstaaten steigt und so wertvolle Ressourcen geschont werden.

Die EQAR fordert europaeinheitliche Vorgaben für Recycling-Bauprodukte und eine Berücksichtigung von Umweltverträglichkeitskriterien in den einschlägigen europäisch harmonisierten Bauproduktnormen.

3.2 Europäischer Baustoff-Recycling-Award 2018

Die EQAR möchte ihren Baustoff-Recycling-Awards nunmehr 2018 zum dritten Mal verleihen.

Mit dem EQAR-Award sollen Persönlichkeiten, Unternehmen und Hochschulen für ihr langjähriges Engagement, Innovationen oder herausragende Recycling-Projekte ausgezeichnet werden.

Der EQAR Recycling Award 2018 wird in drei Preiskategorien verliehen. Der erste Preis ist mit 1.000,00 Euro dotiert.

Die Preisverleihung wird im Rahmen des Europäischen Baustoff-Recycling-Kongresses am
22. März 2018 in Wien stattfinden.

Die Ausschreibung richtet sich an diejenigen Personen, Unternehmen oder Institutionen, die

  • durch innovative Entwicklungen in der Aufbereitungstechnologie
  • durch Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
  • oder durch politisches oder/und verbandliches Engagement

einen Beitrag zur Steigerung von Akzeptanz, Qualität und Wirtschaftlichkeit der Recycling-Baustoffe in Europa geleistet haben.

Bewerber um den Baustoff-Recycling-Award der EQAR werden gebeten, ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 15. Dezember 2017 an die Geschäftsstelle der EQAR oder per E-Mail an: mail@eqar.info einzusenden.

 

  1. Verbandsangelegenheiten

4.1 Neuauflage der Liste Gütegeschützter Recycling-Baustoffe

Der Österreichische Güteschutzverband Recycling-Baustoffe hat mit September 2017 eine Neuauflage der Liste der gütegeschützten Recycling-Baustoffe und mobiler Recycling-Anlagen veröffentlicht. Dieses Verzeichnis führt alle dem Güteschutz unterliegenden und nach der Richtlinie für Recycling-Baustoffe geprüften Recycling-Baustoffe an. Neben Recycling-Baustoffen, die die Vorgaben der Recycling-Baustoffverordnung inklusive Novelle sowie die ÖNORM B 3140 erfüllen, sind im Verzeichnis auch Recycling-Baustoffe, die nach den Anforderungen des Güteschutzes vor dem 1.1.2016 hergestellt wurden und entsprechend der RBV noch bis zum 31. Dezember 2017 eingesetzt werden dürfen, aufgelistet.

Weiters sind jene mobile Recycling-Anlagen angeführt, welche nach der Richtlinie für die mobile Aufbereitung von mineralischen Baurestmassen und Bodenaushubmaterial geprüft und mit dem Gütezeichen für mobile Recycling-Anlagen ausgezeichnet sind.

  1. Veranstaltungen

5.1 EDM-Seminar für Recycling-Betriebe

Dieses vom BRV mehrmals im Jahr angebotene Halbtagesseminar bietet die Möglichkeit, über aktuelle Entwicklungen im EDM informiert zu werden. Das Seminar wendet sich insbesondere an Recycling-Betriebe bzw. deren Mitarbeiter, die sich mit der Abfallbilanz beschäftigen.

Der nächste Termin findet am 14.11.2017 in Wien statt. Nutzen Sie die Möglichkeit und melden Sie sich mit beiliegendem Anmeldeabschnitt an.

5.2 Ausbildungskurs „Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person“

Vom 6. – 8. November 2017 veranstaltet der Österreichische Baustoff-Recycling Verband den letzten Abbruchkurs für die Ausbildung Rückbaukundiger Personen.

Die 2 ½ tägige Ausbildung wird seitens des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes im Sinne der ÖNORM B 2251 Abbrucharbeiten bzw. ÖNORM B 3151 Rückbau als Standardabbruchmethode angeboten.

Das Seminar wendet sich an Abbruchunternehmer, Baustoff-Recycling-Betriebe, Bauherrenvertreter, Behördenvertreter und Bauunternehmen.

Die Kursmaßnahme ist mit einem schriftlichen Abschlusstest positiv abzuschließen. Rückbaukundige Personen benötigen zusätzlich eine bautechnische oder chemische Ausbildung, um im Sinne der Recycling-Baustoffverordnung ihre Tätigkeit durchführen zu dürfen.

5.3 Die Novelle der Recycling-Baustoffverordnung im Detail

Am 12. Dezember findet zum letzten Mal das Seminar „Die Novelle der Recycling-Baustoffverordnung im Detail – eine Informationsveranstaltung für Bauherren und Abbruchunternehmer“ statt. Ziel dieser Halbtagesveranstaltung ist, die Veränderungen, die sich genau vor einem Jahr am 27. Oktober 2016 aus der Novelle der Recycling-Baustoffverordnung ergaben, darzulegen. Die Novelle brachte Erleichterungen für Bauherren bei der Schadstofferkundung und beim Einsatz von Recycling-Baustoffen. Basierend auf der Recycling-Baustoffverordnung geht das Seminar speziell auf die Änderungen durch die Novelle ein. Der dadurch entstandene notwendige Änderungsbedarf im Bauablauf wird dargelegt.

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