Mitgliederinformation 21/2017, Europäischer Baustoff-Recycling-Kongress

Sehr geehrte Damen und Herren!

Beiliegend finden Sie das Rundschreiben Nr. 21/2017.

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband lädt Sie zur europäischen Tagung

„BRV-EQAR-Kongress: „Recycling-Baustoffe“

am 22. März 2018 in Wien herzlich ein!

Der Kongress beschäftigt sich mit vielen für Österreich wichtigen Themen – wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an dieser Konferenz teilnehmen. Eine Anmeldemöglichkeit besteht mit beiliegendem Anmeldeformular.

Der Vormittag widmet sich dem BAWP 2017, der voraussichtlich im Jänner publiziert werden wird, sowie dem Thema ALSAG. Nachmittags werden europäische Vorgaben besprochen. Wenngleich die Teile einzeln gebucht werden können, empfehlen wir die gesamte Veranstaltung inklusive der geplanten Abendveranstaltung, bei der es die Möglichkeit geben wird, mit Vertretern aus zumindest 10 Ländern zu sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car
(elektronisch erstellt und versandt)



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 21/2017

  1.   Rechtsangelegenheiten

1.1 Zwischenlagerung von Abfällen bei Baustellen

In der aktuellen juristischen Fachzeitschrift RdU wird das Thema „Lager, Lagern, Lagerung – aktuelle Trends beim Vollzug des Abfallrechts auf Baustellen“ aufgenommen. In dem Artikel wird die Fragestellung, ob Baustelleneinrichtungen als genehmigungspflichtige Abfallzwischenlager einzustufen sind, behandelt und Voraussetzungen für die Beitragsfreiheit bzw. Beitragspflicht nach ALSAG erläutert.

Der Artikel kommt zur Erkenntnis, dass es bei der Fragestellung, ob für die Lagerung von Abfällen im Rahmen einer Baustelleneinrichtung eine Genehmigung als Abfallzwischenlager nach § 37 AWG erforderlich ist, nicht darauf ankomme, ob sich die Baustelleneinrichtung unmittelbar im Baustellenbereich befindet, oder allenfalls aufgrund beengter örtlicher Gegebenheiten disloziert eingerichtet werden muss. Ebenso wenig kommt es darauf an, ob auch Abfälle, die auf einer anderen Baustelle angefallen sind, zur nachfolgenden Aufbereitung und zum Einsatz auf der Baustelle angeliefert und gelagert werden. Es ist auch nicht jede Abfallzwischenlagerung, für die keine Genehmigung nach § 37 AWG vorliegt, beitragspflichtig. Auch die zeitweilige Lagerung von Sekundärabfällen am Ort ihrer Entstehung ist von der Liste der Behandlungsverfahren nach Anhang 2 AWG ausgenommen.

Wir erlauben uns, Ihnen diesen Artikel zur Information dem Rundschreiben beizulegen.

  1. Technische Angelegenheiten

 2.1 Neue Betonnorm B 4710-1

Mit dem Erscheinen der ÖNORM EN 206 am 1. Juli 2014 wurde eine Adaptierung der derzeit geltenden ÖNORM B 4710-1 aus dem Jahre 2007 erforderlich. Wesentlichen Einfluss auf die neue Betonnorm hatte auch vor allem der neue rechtliche Rahmen, der das Austrian Standards Institute betraf.

Die Verwendung von rezyklierten Gesteinskörnungen in Beton war bisher in der ÖNORM B 4710-1 nicht explizit geregelt. Die Neuauflage der EN 206 hat hierfür aber erstmals einen eigenen Anhang aufgenommen. Angesichts der neuen EN 206 und der neuen ÖNORM B 3140, die sich mit rezyklierten Gesteinskörnungen für ungebundene und hydraulisch gebundene Anwendungen sowie für Beton beschäftigt, wurde auch in der österreichischen Betonnorm ein eigener Anhang dem Thema der Verwendung von rezyklierten Gesteinskörnungen in Beton gewidmet.

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband war bemüht, in seinen Stellungnahmen an das ASI erweiterte Möglichkeiten für den Einsatz von Recycling-Granulat in Beton zuzulassen. Wie im letzten Rundschreiben erläutert, ist eine entsprechende Anwendung im Anhang E zur ÖNORM B 4710-1 beschrieben; allerdings wurde in der allerletzten Sitzung des Normenkomitees noch eine zusätzliche Einschränkung für biegezugbeanspruchte Bauteile (z.B.: Decken) mit aufgenommen, die den Einsatz von Recycling-Baustoffen in Beton für diese Bauteile einengt.

Die ÖNORM kann ab Jänner über das Austrian Standards Institute bezogen werden.

  1. Veranstaltungen

3.1 BRV-EQAR-Kongress „Baustoff-Recycling“, 22. März 2018

Der europäische Recycling-Kongress der EQAR, der European Quality Association for Recycling, findet auf Einladung des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes am 22.3.2018 in Wien statt. Zu dieser Tagung werden 150 – 200 Personen erwartet, wobei für ausländische Gäste eine Simultanübersetzung ins Englische vorgesehen ist.

Besonders erwähnenswert ist, dass auch mehrere Vertreter des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich ihre Zusage für die Mitwirkung (Moderation bzw. Referat) gegeben haben. Darüber hinaus werden Vertreter aus Tschechien, den Niederlanden sowie von der Europäischen Kommission vortragen.

Bitte reservieren Sie sich diesen Tag für die Teilnahme an dieser für Österreich und Europa zentralen Tagung: Eine Anmeldung kann mit beiliegendem Anmeldeformular für BRV-Mitglieder kostenvergünstigt vorgenommen werden.

  1. Wissenswertes

4.1 Deutschland: Ressourceneffizienz im Bauwesen

Vergangene Woche fand auf Einladung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung in Berlin ein sogenannter „Runder Tisch Ressourceneffizienz im Bauwesen“ statt, bei dem auch der Österreichische Baustoff-Recycling Verband durch den Vorsitzenden, Dipl.-Ing. Mag. Thomas Kasper, vertreten war. Thema der österreichischen Präsentation war der selektive Rückbau in Österreich auf Basis eines Erfahrungsberichtes zur ÖNORM B 3151.

In der danach erfolgten Diskussion wurde das österreichische System gelobt, die deutsche Regelung der Mantelverordnung, die nunmehr seit fast einem Jahrzehnt versucht wird, zu etablieren, konnte bislang nicht derartige positive Erfolge auslösen.

Auch im Rahmen der deutschen Abbruchtagung wird Ende Februar 2018 seitens des BRV die ÖNORM B 3151 vorgestellt werden. Das Interesse am System Österreichs scheint damit in Deutschland durchaus hoch zu sein.

Beilagen