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Presseaussendungen

Kreislaufwirtschaft – neue Ansätze im Baubereich

11. Mai 2026/in Presseaussendungen /von Christina Zingl

Thema: Bauwirtschaft / Umwelt / Kreislaufwirtschaft / Aushub / Recycling

Presseaussendung herunterladen

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) vertritt nicht nur bundesweit die Recycling-Wirtschaft im Baubereich, er organisiert auch professionelle Meetings, wie beispielsweise den jährlich stattfindenden BRV-Tag. Heuer widmete dieser sich neuen Ansprüchen in der Nachhaltigkeit: Verwertung von Bodenaushub, der bislang bis zu 80% deponiert wird (!), Vegetationstragschichten im Zusammenhang mit Lösungen für Klimaveränderungen sowie die Zukunft der Materialien aus dem Abbruch.

Recyclingraten können kurzfristig verdoppelt werden

Tristan Tallafuss, Geschäftsführer des BRV, zeigte auf, wie wertvoll Aushubmaterial ist und wie dieses rasch und effizient in die Kreislaufwirtschaft gebracht werden kann. Von rund 64 Mio. t Abfall stellen Aushubmaterialien 57% dar – durch die Aushubverordnung, die der BRV seit Jahren vorsieht und die nun Realität werden wird, können viele Bodenaushübe verwertet werden. Eine Verwertungsmöglichkeit stellt die Aufbereitung zu Gesteinskörnungen dar, ein Hauptarbeitsbereich des BRV. Besonders wichtig: das vorzeitige Abfallende, das für viele Umweltqualitäten (A1, A2, A2-G) vorgesehen ist. Neu: gegenüber bisherigen Regelungen, wird die Aushubverordnung eine Klarstellung des Anwendungsbereiches, Präzisierungen und eine verpflichtende Sieblinie bei Gesteinskörnungen bringen. Die ursprüngliche Berücksichtigung des Themas Neophyten, die ja nicht abfallwirtschaftlich bezogen separat betrachtet werden muss, ist im Entwurf entfallen und damit nicht mehr vorgesehen. Das Ziel der hochwertigen Verwertung, so Tallafuss, ist ein unterstützenswertes Vorhaben. Deswegen begrüßt der BRV auch den neu eingeführten Begriff „Erdbaumaßnahmen“ anstelle von „Verfüllungen“, da damit klar ein technisches Ziel verfolgt wird, dessen Weg und die notwendigen Überlegungen schon im Begriff enthalten sind.

Natürlich sind noch einige Wünsche des BRV offen: Bezüge zu konkreten Normen haben schon bislang gezeigt, dass jede Änderung der technischen Grundlage eine Novelle der Verordnung bedeutet – ein allgemeiner Bezug zum Stand der Technik reiche. Weitere BRV-Stellungnahmepunkte fanden die klare Zustimmung der Zuhörenden.

Eine neue digitale Plattform für Bodenaushub und Baustoff-Recycling zeigte Frau Katherina Heil auf: Die neue Recycling-Plattform Bau vernetzt Angebot und Bedarf – gerade in Zusammenhang mit der Aushubverordnung, wo Auftraggeber ab 10.000 t Aushub ein „Verwertungskonzept“ vorlegen müssen, wäre diese Plattform von Vorteil. Der Mehrwert liegt auf der Hand: Transporte können reduziert werden, vorhandene Ressourcen können besser ausgetauscht werden, Recycling und Wiederverwendung können gefördert werden.

Vegetationstragschichten neu:

Christian Oberbichler zeigte neue Wege der Bauteilbegrünung auf: Gerade die Klimaänderung zeigt die Problematik der Trockenzeiten versus extremen Regenereignissen (z.B. 400mm Niederschlag binnen 4 Tagen) auf. Konventionelle Bauten sind hier oft ge- und überfordert.

Vegetationstragschichten können hier hilfreich ausgestaltet werden: Die neue ÖNORM B 1131, vor wenigen Tagen erschienen, sieht hier konkrete Lösungen vor. „Österreich ist das einzige Land in Europa, wo das standardisiert ist“, so Oberbichler. Recycling-Baustoffe, insbesondere Ziegelgranulat, können hier hilfreich sein; nach langer Diskussion fanden Bestimmungen für die notwendigen Qualitäten Eingang in die Norm; durch die Trennung zwischen den Vorgängen „Herstellung der Schicht“ und der „Begrünung“ ist es leichter möglich, Ziegelgranulat zum Einsatz zu bringen.

Dass Deponieregelungen auch das Recycling fördern, zeigte Roland Starke auf: 2024 (Beton, Asphalt, Gleisschotter) und 2026 (Gipsplatten) traten Deponieverbote in Kraft, die das Recycling indirekt forcieren. Nunmehr steht eine Novelle der Deponieverordnung an, die PFAS, als „Ewigkeitsmaterialien“ bekannt, in Deponien behandeln wird. Aber nach dieser Spezialnovelle wird eine große Deponieverordnungsnovelle folgen, die 2027 in Kraft treten wird.

Nachhaltige Bauzukunft durch Forschung

Forschung bringt Neues: Ildiko Merta, TU-Wien, berichtet, dass neue Forschungsergebnisse des Projektes UPCRETE! den erhöhten Einsatz von Recycling-Baustoff in Beton ermöglichen. Entgegen normativen, bestehenden Regelungen können erhöhte Recycling-Quoten ebenso sehr hohe Druckfestigkeiten und weitere technische Werte liefern.

Jakob Lederer, TU-Wien, demonstrierte, dass eine Trocken-Nass-Aufbereitung sehr hochwertige Produkte liefere. Sensorbasierte Verfahren lassen Aussortierungen von Störstoffen zu. Damit werde die Qualität des erzeugten Recycling-Baustoffs erhöht.

Thomas Kasper, Präsident des BRV, sieht den BRV-Tag als gelungenes Beispiel um aufzuzeigen, wie innovativ die Baustoff-Recycling-Branche ist. Eine nachhaltige Bauzukunft ist damit garantiert!

Rückfragehinweis:

Österreichischer Baustoff-Recycling Verband
Univ.Lektor Dipl.-Ing. Martin Car
Ernst-Melchior-Gasse 24, 1020 Wien
01/504 72 89-11
brv@brv.at
www.brv.at

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Kreislaufwirtschaft – neue Ansätze im Baubereich

11. Mai 2026/in Presseaussendungen /von Christina Zingl

Thema: Bauwirtschaft / Umwelt / Kreislaufwirtschaft / Aushub / Recycling

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Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) vertritt nicht nur bundesweit die Recycling-Wirtschaft im Baubereich, er organisiert auch professionelle Meetings, wie beispielsweise den jährlich stattfindenden BRV-Tag. Heuer widmete dieser sich neuen Ansprüchen in der Nachhaltigkeit: Verwertung von Bodenaushub, der bislang bis zu 80% deponiert wird (!), Vegetationstragschichten im Zusammenhang mit Lösungen für Klimaveränderungen sowie die Zukunft der Materialien aus dem Abbruch.

Recyclingraten können kurzfristig verdoppelt werden

Tristan Tallafuss, Geschäftsführer des BRV, zeigte auf, wie wertvoll Aushubmaterial ist und wie dieses rasch und effizient in die Kreislaufwirtschaft gebracht werden kann. Von rund 64 Mio. t Abfall stellen Aushubmaterialien 57% dar – durch die Aushubverordnung, die der BRV seit Jahren vorsieht und die nun Realität werden wird, können viele Bodenaushübe verwertet werden. Eine Verwertungsmöglichkeit stellt die Aufbereitung zu Gesteinskörnungen dar, ein Hauptarbeitsbereich des BRV. Besonders wichtig: das vorzeitige Abfallende, das für viele Umweltqualitäten (A1, A2, A2-G) vorgesehen ist. Neu: gegenüber bisherigen Regelungen, wird die Aushubverordnung eine Klarstellung des Anwendungsbereiches, Präzisierungen und eine verpflichtende Sieblinie bei Gesteinskörnungen bringen. Die ursprüngliche Berücksichtigung des Themas Neophyten, die ja nicht abfallwirtschaftlich bezogen separat betrachtet werden muss, ist im Entwurf entfallen und damit nicht mehr vorgesehen. Das Ziel der hochwertigen Verwertung, so Tallafuss, ist ein unterstützenswertes Vorhaben. Deswegen begrüßt der BRV auch den neu eingeführten Begriff „Erdbaumaßnahmen“ anstelle von „Verfüllungen“, da damit klar ein technisches Ziel verfolgt wird, dessen Weg und die notwendigen Überlegungen schon im Begriff enthalten sind.

Natürlich sind noch einige Wünsche des BRV offen: Bezüge zu konkreten Normen haben schon bislang gezeigt, dass jede Änderung der technischen Grundlage eine Novelle der Verordnung bedeutet – ein allgemeiner Bezug zum Stand der Technik reiche. Weitere BRV-Stellungnahmepunkte fanden die klare Zustimmung der Zuhörenden.

Eine neue digitale Plattform für Bodenaushub und Baustoff-Recycling zeigte Frau Katherina Heil auf: Die neue Recycling-Plattform Bau vernetzt Angebot und Bedarf – gerade in Zusammenhang mit der Aushubverordnung, wo Auftraggeber ab 10.000 t Aushub ein „Verwertungskonzept“ vorlegen müssen, wäre diese Plattform von Vorteil. Der Mehrwert liegt auf der Hand: Transporte können reduziert werden, vorhandene Ressourcen können besser ausgetauscht werden, Recycling und Wiederverwendung können gefördert werden.

Vegetationstragschichten neu:

Christian Oberbichler zeigte neue Wege der Bauteilbegrünung auf: Gerade die Klimaänderung zeigt die Problematik der Trockenzeiten versus extremen Regenereignissen (z.B. 400mm Niederschlag binnen 4 Tagen) auf. Konventionelle Bauten sind hier oft ge- und überfordert.

Vegetationstragschichten können hier hilfreich ausgestaltet werden: Die neue ÖNORM B 1131, vor wenigen Tagen erschienen, sieht hier konkrete Lösungen vor. „Österreich ist das einzige Land in Europa, wo das standardisiert ist“, so Oberbichler. Recycling-Baustoffe, insbesondere Ziegelgranulat, können hier hilfreich sein; nach langer Diskussion fanden Bestimmungen für die notwendigen Qualitäten Eingang in die Norm; durch die Trennung zwischen den Vorgängen „Herstellung der Schicht“ und der „Begrünung“ ist es leichter möglich, Ziegelgranulat zum Einsatz zu bringen.

Dass Deponieregelungen auch das Recycling fördern, zeigte Roland Starke auf: 2024 (Beton, Asphalt, Gleisschotter) und 2026 (Gipsplatten) traten Deponieverbote in Kraft, die das Recycling indirekt forcieren. Nunmehr steht eine Novelle der Deponieverordnung an, die PFAS, als „Ewigkeitsmaterialien“ bekannt, in Deponien behandeln wird. Aber nach dieser Spezialnovelle wird eine große Deponieverordnungsnovelle folgen, die 2027 in Kraft treten wird.

Nachhaltige Bauzukunft durch Forschung

Forschung bringt Neues: Ildiko Merta, TU-Wien, berichtet, dass neue Forschungsergebnisse des Projektes UPCRETE! den erhöhten Einsatz von Recycling-Baustoff in Beton ermöglichen. Entgegen normativen, bestehenden Regelungen können erhöhte Recycling-Quoten ebenso sehr hohe Druckfestigkeiten und weitere technische Werte liefern.

Jakob Lederer, TU-Wien, demonstrierte, dass eine Trocken-Nass-Aufbereitung sehr hochwertige Produkte liefere. Sensorbasierte Verfahren lassen Aussortierungen von Störstoffen zu. Damit werde die Qualität des erzeugten Recycling-Baustoffs erhöht.

Thomas Kasper, Präsident des BRV, sieht den BRV-Tag als gelungenes Beispiel um aufzuzeigen, wie innovativ die Baustoff-Recycling-Branche ist. Eine nachhaltige Bauzukunft ist damit garantiert!

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