Mitgliederinformation 07/2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder!

Wir übersenden Ihnen die Mitgliederinformation 7/2026 mit einem Bericht über den BRV-Tag „Kreislaufwirtschaft am Bau“ – falls Sie nicht dabei waren, können Sie damit einen Überblick über die Veranstaltung erhalten. Mehr als 80 Personen, die Teilnahme mehrerer Vertreter/innen von Bundesministerien und Landesdienststellen sowie natürlich von Vertreter/innen aus der Wirtschaft ermöglichten eine intensive Vernetzung und Informationsaustausch.

Melden Sie sich und Ihre Mitarbeiter zu folgenden Veranstaltungen des BRV an:

Workshop “Abfallbilanz – von EDM bis ZAReg” (Sondertermin Linz)

BRV-Ausbildungskurs Recycling-Fachperson

Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen


MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 07/2026

1. Verbandsangelegenheiten

1.1 BRV-Mitgliederversammlung 2026

Die ordentliche, jährlich stattfindende BRV-Mitgliederversammlung fand heuer, im Anschluss an die BRV-Tagung am 7. Mai ab 15 Uhr im Hotel Savoyen Vienna statt.
Ein zentraler Punkt der Mitgliederversammlung war die Neuwahl des Vorstands.

Erfreulicherweise wurde der bestehende Vorstand, der den Verband die letzten Jahre erfolgreich führen konnte, im Wesentlichen bestätigt. Die Mitgliederversammlung bedankte sich für die Bereitschaft, diese Tätigkeit zu übernehmen und die neu bestellten Mitglieder des Vorstandes freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Nähere Informationen zur Mitgliederversammlung finden Sie im Protokoll, das gemeinsam mit dem Jahresbericht an die Mitglieder versendet wird.

2. Veranstaltungen

2.1 BRV-Tag „Kreislaufwirtschaft am Bau“, 7.5.2026

Heuer widmete sich dieser den neuen Ansprüchen in der Nachhaltigkeit: Verwertung von Bodenaushub, der bislang bis zu 80% deponiert wird (!), Vegetationstragschichten im Zusammenhang mit Lösungen für Klimaveränderungen sowie die Zukunft der Materialien aus dem Abbruch.

In der Begrüßung hält Präsident Thomas Kasper fest, dass der Baustoff-Recycling Verband sich zentral Veranstaltungen widme, der BRV-Tag sei dabei ein zentraler Treffpunkt der Recycling-Branche. Besonders begrüßte er die Vertreter des Ministeriums, die traditionell an den BRV-Tagungen aktiv teilnehmen.

Recyclingraten können kurzfristig verdoppelt werden

Tristan Tallafuss, Geschäftsführer des BRV, zeigte auf, wie wertvoll Aushubmaterial ist und wie dieses rasch und effizient in die Kreislaufwirtschaft gebracht werden kann. Von rund 64 Mio. t Abfall stellen 57% Aushubmaterialien dar – durch die Aushubverordnung, die der BRV seit Jahren fordert und die nun Realität werden wird, können viele Bodenaushübe verwertet werden. Eine Verwertungsmöglichkeit stellt die Aufbereitung zu Gesteinskörnungen dar, ein Hauptarbeitsbereich des BRV. Besonders wichtig: das vorzeitige Abfallende, das für viele Umweltqualitäten (A1, A2, A2-G) vorgesehen ist. Neu, gegenüber bisherigen Regelungen, wird die Aushubverordnung eine Klarstellung des Anwendungsbereiches, Präzisierungen und eine verpflichtende Sieblinie bei Gesteinskörnungen bringen. Die ursprüngliche Berücksichtigung des Themas Neophyten, die ja nicht abfallwirtschaftlich relevant separat betrachtet werden muss, ist im Entwurf entfallen und damit nicht mehr vorgesehen.

Das Ziel der hochwertigen Verwertung, so Tallafuss, ist ein unterstützenswertes Vorhaben. Deswegen begrüßt der BRV auch den neu eingeführten Begriff „Erdbaumaßnahmen“ anstelle von „Verfüllungen“, da damit klar ein technisches Ziel verfolgt wird, dessen Weg und die notwendigen Überlegungen schon im Begriff enthalten sind.
Natürlich sind noch einige Wünsche des BRV offen: Bezüge („statische Verweise“) zu konkreten Normen haben schon bislang gezeigt, dass jede Änderung der technischen Grundlage eine Novelle der Verordnung bedeutet – ein allgemeiner Bezug zum Stand der Technik reiche. Auch zu den Aufsichtspersonen sieht der BRV extrem strenge Akkreditierungsvorgaben – eine Streichung dieser Über-Zertifizierung werde gefordert. Weitere BRV-Stellungnahmepunkte fanden die klare Zustimmung der Zuhörenden.

Michael Jirgal zeigte als Spezialist für EDM-Fragen Möglichkeiten und Probleme in Zusammenhang mit Recycling-Baustoffen aus Aushub auf. „Solange wir Abfallbilanzen im Nachhinein reparieren, beweisen wir damit keine Kreislaufwirtschaft – sondern erzeugen eine schöne Statistik“, so Jirgal.
Diverse Anregungen sollen in Zukunft die Verwendung des ZAReg erleichtern.

Eine neue digitale Plattform für Bodenaushub und Baustoff-Recycling zeigte Frau Katherina Heil auf: Die neue Recycling-Plattform Bau vernetzt Angebot und Bedarf – gerade in Zusammenhang mit der Aushubverordnung, wo Auftraggeber ab 10.000 t Aushub ein „Verwertungskonzept“ vorlegen müssen, wäre diese Plattform von Vorteil. Der Mehrwert liegt auf der Hand: Transporte können reduziert werden, vorhandene Ressourcen können besser ausgetauscht werden, Recycling und Wiederverwendung können gefördert werden.

Vegetationstragschichten neu

Christian Oberbichler zeigte neue Wege der Bauteilbegrünung auf: Gerade die Klimaänderung zeigt die Problematik der nunmehr langen Trockenzeiten versus extremen Regen-ereignissen (z.B. 400mm Niederschlag binnen 4 Tage) auf. Konventionelle Bauten sind hier oft ge- und überfordert.

Vegetationstragschichten können hier – beispielsweise bei Dach-, Vertikal-, Tiefgaragenbegrünungen, versickerungsfähigen Verkehrsflächen, Schwammstadtprinzip für Stadtbäume, bepflanzte Versickerungsflächen – hilfreich ausgestaltet werden: Die neue ÖNORM B 1131, vor wenigen Tagen erschienen, sieht hier konkrete Lösungen vor. „Österreich ist das einzige Land in Europa, wo das standardisiert ist“, so Oberbichler. Recycling-Baustoffe, insbesondere Ziegelgranulat, können hier hilfreich sein; nach langer Diskussion fanden Bestimmungen für die notwendigen Qualitäten Eingang in die Norm; durch die Trennung zwischen den Vorgängen „Herstellung der Schicht“ und der „Begrünung“ ist es leichter möglich, Ziegelgranulat zum Einsatz zu bringen, da damit bspw. die Anforderung an den pH-Wert leichter erfüllt werden kann. Qualitätsgesicherter Ziegelsplitt der Qualitätsklasse U-A könne nunmehr als Drainschicht-Schüttstoff und als Zuschlagstoff für normgerechte Dachsubstrate verwendet werden.

Tallafuss dankte Oberbichler ausdrücklich für die kooperative Zusammenarbeit des ASI mit dem BRV, um Ziegelgranulat in die ÖNORM aufzunehmen. Weiters sieht er in der Umbenennung der L 1131 in die B 1131 einen wichtigen Schritt, da damit der eigentliche Anwender, nämlich der Bauherr und die Baufirmen, auf die Norm aufmerksam gemacht werden.

Dass Deponieregelungen auch das Recycling fördern, zeigte Roland Starke auf: 2024 (Beton, Asphalt, Gleisschotter) und 2026 (Gipsplatten) traten Deponieverbote in Kraft, die das Recycling indirekt forcieren. Nunmehr steht eine Novelle der Deponieverordnung an, das PFAS, als „Ewigkeitsmaterialien“ bekannt, in Deponien behandeln wird.

Aber nach dieser Spezialnovelle wird eine große Deponieverordnungsnovelle folgen, die 2027 in Kraft treten wird: Diese werde Grenzwertlücken schließen, insbesondere bei Bodenaushub-deponien. Weiters wird eine verpflichtende, standardisierte Struktur für Beurteilungsnachweise festgelegt werden.

Nachhaltige Bauzukunft durch Forschung

Forschung bringt Neues: Ildiko Merta, TU-Wien, berichtet, dass neue Forschungs-ergebnisse des Projektes UPCRETE! den erhöhten Einsatz von Recycling-Baustoff in Beton ermöglichen. Entgegen normativen, bestehenden Regelungen können erhöhte Recycling-Quoten ebenso sehr hohe Druckfestigkeiten und weitere technische Werte liefern.
Jakob Lederer, TU-Wien, demonstrierte, dass eine Trocken-Nass-Aufbereitung sehr hochwertige Produkte liefere. Sensorbasierte Verfahren lassen Aussortierungen von Störstoffen zu. Damit werde die Qualität des erzeugten Recycling-Baustoffs erhöht.

Thomas Kasper, Präsident des BRV, sieht den BRV-Tag als gelungenes Beispiel um aufzuzeigen, wie innovativ die Baustoff-Recycling-Branche ist. Eine nachhaltige Bauzukunft ist damit garantiert!

2.2. Workshop „Abfallbilanz“ – von EDM bis ZAReg (Sondertermin Linz)
Der Gesetzgeber schreibt im Umgang mit Baurestmassen, Aushub und Recycling-Baustoffen das Führen einer Abfallbilanz vor. Die Abfallbilanzverordnung verlangt daher von Abfallsammlern und -behandlern die Eintragung der Stammdaten ins elektronische Register des Bundes-ministeriums (EDM). Die Bewegungsdaten, also die abfallwirtschaftlichen Daten über Abfallart, Menge, Input und Output sind elektronisch zu melden.

Im Workshop „Abfallbilanz – von EDM bis ZAReg“ am 18. Mai 2026 erhalten Sie grundlegende Informationen sowie einen praxisnahen Zugang durch den Live-Einstieg ins EDM.
Neben rechtlichen Grundlagen wird die Abfallbilanz nach AbfallbilanzVO vorgestellt, inklusive der notwendigen Meldungen nach Recycling-Baustoffverordnung. Anschließend findet eine Live-Führung durch EDM-Portal und ZAReg statt. Unter anderem werden die Stammdaten-Eintragungen sowie die Bescheid- und Anlagenverwaltung im Detail besprochen.

Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programm oder dem Link Workshop-Abfallbilanz

2.3. BRV-Ausbildungskurs Recycling-Fachperson, Wien
Am 19./20. Mai findet in den neuen Veranstaltungsräumlichkeiten des BRV in Wien ein 2-tägiges Seminar für Recycling-Fachpersonal statt.
Geschultes Fachpersonal unterstützt Recycling-Betriebe bei der Umsetzung der neuen Recycling-Baustoffverordnung. Die Vielfalt an Neuerungen, verbunden mit einer umfangreichen Dokumentation, sowie die neuen Verpflichtungen erfordern qualifiziertes Fachpersonal bei der Eingangsleitung von Baustoff-Recycling-Anlagen.
Neben den allgemeinen abfallrechtlichen Kenntnissen bietet der BRV mit dem Ausbildungskurs Recycling-Fachperson ein für Betriebspersonal maßgeschneidertes Programm an: Vom Wissen über Schad- und Störstoffe über die Probenahme bis hin zur Abfallbilanz und Qualitätssicherung spannt sich der Bogen der Vorträge.
Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programm oder dem Link
Ausbildungskurs Recycling-Fachperson

2.4. Workshop „Abfallbilanz“ – von EDM bis ZAReg (Sondertermin Linz)
In diesem Grundlagen-Seminar am 2. Juni 2026 in Wien werden die rechtlichen, aber auch technischen Anforderungen beim Umgang mit Aushubmaterial und Baurestmassen auf der Baustelle dargestellt. Von der richtigen Vorbereitung (Genehmigung, Bescheide) über die richtige Umsetzung (RBV, BAWP) bis hin zur Deponierung (DVO) und Recycling (RBV, BAWP) erhalten sowohl Einsteiger als auch Praktiker einen guten Ein- und Überblick.
Besonderer Fokus liegt in diesem Seminar, das von Praktikern für Praktiker angeboten wird, auf den Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis.
Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programmfolder oder dem Link
Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen

Beilagen

  • Folder Workshop „Abfallbilanz von EDM bis ZAReg“
  • Folder „Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen“
  • Folder Ausbildungskurs Recycling-Fachperson