Mitgliederinformation 16/2019 – Entwurf Abfallverzeichnisverordnung 2020

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der BRV erlaubt sich, Ihnen das Mitgliederrundschreiben Nr. 16/2019 zu übersenden.

Hauptthema dieses Rundschreibens ist, den soeben vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus ausgesandten Entwurf der Abfallverzeichnisverordnung 2020 Ihnen zur Kenntnis zu bringen.

Die Abfallverzeichnisverordnung soll nach ihrem Inkrafttreten die bisher noch bestehenden Regelungen der Festsetzungsverordnung bezüglich gefährlicher Abfälle aufheben, da diese in die neue Abfallverzeichnisverordnung integriert werden sollen. Da im Zusammenhang mit der Abfallverzeichnisverordnung auch Änderungen des Berechtigungsumfanges und EDV-Umstellungen notwendig sind, ist angedacht, das Inkrafttreten der Verordnung mit 1. Juli 2020 und der Anhänge 1 und 2 mit 1. Jänner 2021 (also in gut einem Jahr) festzulegen.

Näheres entnehmen Sie bitte dem Rundschreibentext. 

 

Unsere nächsten Seminare, bei denen noch freie Plätze für Sie und Ihre Mitarbeiter verfügbar sind:

  • 18-19. November: Ausbildungskurs Recycling-Fachperson (Wien)
  • 21. November: Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen (Leoben)
  • 26. November: Eingangsleiter Baustoff-Recycling Annahme – Produktion – Vertrieb (Linz)

Bitte reservieren Sie den 2. April 2020 für unsere Jubiläumstagung mit Festabend!

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 16/2019

  1. Rechtsangelegenheiten

1.1. Abfallverzeichnisverordnung 2020 in Stellungnahme

Das BMNT hat am 5. November 2019 die Verordnung der Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus über ein Abfallverzeichnis (Abfallverzeichnisverordnung 2020) zur Stellung-nahme aufgelegt.

Die Abfallverzeichnisverordnung fußt großteils auf § 4 im AWG 2002. Das Abfallverzeichnis umfasst alle Abfallarten gemäß des neuen Anhanges 1, welches nach Inkrafttreten am EDM-Portal, edm.gv.at, veröffentlicht werden wird.

Ziel des Entwurfes bzw. der neuen Abfallverzeichnisverordnung ist eine Vereinheitlichung der Regelungen zur Ausstufung sowie die Anpassung der Abfallverzeichnisverordnung an EU-rechtliche Vorgaben. Als wesentliche Änderungen werden angemerkt, dass mit der Novelle der Abfallverzeichnisverordnung Abfallarten neu geschaffen (z.B. Recycling-Baustoffe aus Aushubmaterialien), gestrichen, erstmals als gefährlich bestimmt oder die Bezeichnung geändert wird (d.h. das Abfallverzeichnis wird insgesamt geändert). Es wird auch seitens des Ministeriums festgehalten, dass mit Verwaltungskosten für Anträge von Unternehmen zur Anpassung eines Erlaubnis- oder Genehmigungsbescheides (z.B.: Beantragung einer neuen Schlüsselnummer) nach Änderung der Abfallverzeichnisverordnung zu rechnen ist. (Eine Umschlüsselungstabelle betreffend die geänderten Schlüsselnummern wird seitens des BMNT zur Verfügung gestellt).

Im Bereich der gefährlichen Abfälle sind derzeit die Vorgaben für die Ausstufung über verschiedene Regelwerke verstreut (Festsetzungsverordnung, Abfallverzeichnisverordnung, Deponieverordnung). Mit der neuen Verordnung soll soweit wie möglich, dies in einem Regelwerk vereinheitlicht werden.

Wie bisher, sind Schlüsselnummern einschließlich ev. Spezifizierungen für die Abfallarten anzugeben. Der europäische Abfallcode ist bei Beurteilungsnachweisen für die Deponierung und bei grenzüberschreitender Abfallverbringung anzuführen.

Als gefährliche Abfälle gelten jene Abfälle, die im Abfallverzeichnis lt. Anhang zur Verordnung mit einem „g“ oder „gn“ versehen sind, bzw. die gefährliche Stoffe enthalten oder mit solchen vermischt sind; weiters Aushubmaterial von gefahrenrelevanten Standorten (wie z.B. Tankstellen, Unfällen, chemisch analysierte Schadstoffe).

Die Ausstufung (Anm.: Nachweis der Nichtgefährlichkeit für einen bestimmten, als gefährlich gekennzeichneten Abfall) soll nun nach den Regeln der neuen Verordnung erfolgen unter Verwendung eines Formblattes (Anzeige der Ausstufung) binnen 6 Monaten nach Beginn des Beurteilungszeitraumes (chemische Analysen haben i.a. von einer akkreditierten Konformitäts-bewertungsstelle zu erfolgen).

Die Verordnung soll mit 1. Juli 2020 in Kraft treten, das Abfallverzeichnis mit 1. Jänner 2021. Eine Änderung des Berechtigungsumfanges gemäß § 24a und § 37 AWG 2002 hinsichtlich der geänderten Schlüsselnummern kann bereits ab Kundmachung der Verordnung eingereicht werden – die Rechtswirkung entfaltet die Änderung allerdings erst/frühestens mit dem 1.1.2021.

Spezielle Regelungen für mineralische Bau- oder Abbruchabfälle:

Im Allgemeinen ist der mineralische Bau- oder Abbruchabfall der SN 31409 Bauschutt zuzuordnen, sofern keine spezifischere Abfallart (z.B. Beton) zur Anwendung kommt. Gefährlich kontaminiert ist dieser der SN 31409 77 zuzuordnen, sofern keine spezifischere Abfallart anzuwenden ist. Die Abfallart SN 31427 „Betonabbruch“ ist auch für derartige Produktionsreste zu verwenden.

Die mineralische Feinfraktion aus der Aufbereitung von Baurestmassen ist hinkünftig der Abfallart SN 31409 23 (neu!!) zuzuordnen! Im Falle der Deponierung ist eine Analytik durchzuführen – der Anhang 2 DVO umfasst ausdrücklich nicht die SN 31409 23. Der BRV wird hier klar die durchwegs positiven Ergebnisse der BRV-Studie über die Siebrückstände bei den Entscheidungsträgern einbringen und damit versuchen, diese Verpflichtung heraus zu reklamieren.

Brandschutt von nicht gewerblichen Objekten darf (ohne Organik) als nicht gefährlicher Abfall auf einer Massenabfalldeponie mit SN 31441 19 abgelagert werden.

Teerhaltige (PAK>300mg/kg TM) Asphalte werden der Abfallart SN 54912 77g „Bitumen, Asphalt“ zuzuordnen, Teerpappe/teerhaltige Dachpappe sind der Abfallart SN 54913g „Teerrückstände“ zugeordnet.

Weich-PVC-Abfälle, die Weichmacher mit gefahrenrelevanten Eigenschaften enthalten, aus dem Rückbau sind der gefährlichen Abfallart SN 57115 77 zuzuordnen. Nur bei Nachweis der Nichtgefährlichkeit können Weich-PVC-Abfälle als ungefährlich angesehen werden!

Künstliche Mineralfaserabfälle mit gefahrenrelevanten Eigenschaften und solche unbekannter Herkunft (z.B. aus Abbruchtätigkeit) – sofern die Nichtgefährlichkeit nicht nachweislich belegt werden kann – sind der Abfallart SN 31437 41g (Steinwolle: 31437 44g) zuzuordnen. Diese Abfallarten sind auch zu verwenden für gering mit Baurestmassen verunreinigte, gefährliche künstliche Mineralfaserabfälle oder Steinwolleabfälle.

Abfälle künstlicher Mineralfasern, die nachweislich keine gefahrenrelevanten Eigenschaften aufweisen, sind der Abfallart SN 31416 zuzuordnen. Dazu zählen auch die mit dem „RAL-Gütesiegel“ oder dem EUCEB-Zeichen gekennzeichnete KMF.

Glasfasern ohne gefahrenrelevante Eigenschaften sind der Abfallart SN 31405 zuzuordnen.

Aushubmaterial:

Folgende Spezifizierungen werden vorgesehen:

31411 30 – Bodenaushubmaterial der Klasse A1

31411 31 – Bodenaushubmaterial der Klasse A2

31411 32 – Bodenaushubmaterial der Klasse A2G

31411 45 – Bodenaushubmaterial (Kleinmengenregelung)

31411 29 – Bodenaushubmaterial mit Bodenaushubdeponiequalität (bzw. Klasse BA nach BAWP)

31411 46 – Aushubmaterial für Bodenaushubdeponien mit erhöhten Grenzwerten

31411 33 – Aushubmaterial mit Inertabfalldeponiequalität (Anm.: auch für Gleisaushubmaterial <50M-% Gleisschotteranteil bei nachweisl. Einhaltung der Grenzwerte für Inertabfalldeponien; such für Bankettschälgut unter (nachw.) Einhaltung der Grenzwerte für Inertabfalldeponien)

31411 47 – Aushubmaterial für Inertabfalldeponien mit erhöhten Grenzwerten

31411 34 – Techn. Schüttmaterial <5Vol-% bodenfremde min. Bestandteile, Organ. ≤1Vol-%

31411 35 – Techn. Schüttmaterial ≥5Vol-% bodenfremder min. Bestandteile, Organ. ≤1Vol-%

31425 – Verunreinigtes Aushubmaterial mit Baurestmassendeponiequalität

31423 36 – Ölverunreinigtes Aushubmaterial, nicht gefährlich

31424 37 – Sonstiges, verunreinigtes Aushubmaterial, nicht gefährlich

Anm.: Sofern bei einer Baurestmassendeponie höhere Grenzwerte gem. DVO genehmigt wurden, ist die Ablagerung von Aushubmaterial, das diese Regelung in Anspruch nimmt, der SN 31423 36 bzw. SN 31424 37 zuzuordnen.

Anm.: Schlitzwandaushub, Rücklauf aus dem Düsenstrahlverfahren etc. sind den entsprechenden Abfallarten wie z.B.: SN 31636, 31604 oder 31625 zuzuordnen.

Eine Zuordnung von Gleisaushubmaterial Bankettschälgut, Bohrschlämmen, Bohrklein, Schlitzwandaushub, Rücklauf aus Düsenstrahlverfahren zu einer Abfallart SN 31411 29-32 ist nicht zulässig.

Behandlung von nicht gefährlichem Aushubmaterial

Bodenbestandteile aus der Abfallbehandlung von nicht gefährlichem Aushubmaterial zuzuordnen:

31501       Recycling-Baustoff der Qualitätsklasse A1 (nach BAWP)

31502       Recycling-Baustoff der Qualitätsklasse A2 (nach BAWP)

31503       Recycling-Baustoff der Qualitätsklasse A2G (nach BAWP)

31504       Recycling-Baustoff der Qualitätsklasse BA (nach BAWP)

31505       Recycling-Baustoff der Qualitätsklasse IN (nach BAWP)

31411 33   Aushubmaterial mit Inertabfalldeponiequalität

31411 46 Aushubmaterial für Bodenaushubdeponien mit erhöhten Grenzwerten

31411 47   Aushubmaterial für Inertabfalldeponien mit erhöhten Grenzwerten

31425       Verunreinigtes Aushubmaterial mit Baurestmassendeponiequalität

31423 36   Ölverunreinigtes Aushubmaterial, nicht gefährlich

31424 37   Sonstiges, verunreinigtes Aushubmaterial, nicht gefährlich

Anm.: Eine Zuordnung zu den Abfallarten SN 31411 29 bis 32 ist für Fraktionen aus der mechanischen, chemisch/physikalischen, thermischen oder biologischen Abfallbehandlung von Aushubmaterial ist nicht zulässig.

Die Novelle ist bis 20. Dezember 2019 in Begutachtung. Der BRV wird dazu eine Stellungnahme zeitgerecht abgeben. Wir ersuchen Sie, uns Ihre Anregungen bis spätestens 13. Dezember 2019 zu übermitteln.

Den Entwurf des Abfallverzeichnisses sowie die Erläuterungen finden Sie in der Beilage.

 

  1. Technische Angelegenheiten

2.1  Europäische Normung für die Prodduktstandards

Die Regelungen für Baurestmassen und Aushub sind in den letzten drei Jahren komplett verändert worden. Neben der Recycling-Baustoffverordnung ist auch der Bundes-Abfall-wirtschaftsplan im Jahre 2018 neu aufgelegt worden. Dieser behandelt Aushubmaterial als Ausgangsstoff für Recycling-Baustoffe, aber auch für die direkte Verwendung als Schüttung sowie Eingangsmaterialien für Recycling-Anlagen, die nach RBV geregelt sind.

Ziel ist es, den Teilnehmenden nicht nur einen Überblick über die Anforderungen, sondern auch rechtssichere Möglichkeiten für die Verwendung aufzuzeigen.

Am kommenden Donnerstag, 24. Oktober 2019, findet im BRV dieses Seminar statt; es besteht noch Anmeldemöglichkeit für diese Tagesveranstaltung.

 

2.2  Seminar „Abfallbilanzen und EDM-Stammdatenverwaltung für Recyclingbetriebe“

Auf CEN-Ebene kommt es zu einer kompletten Neugestaltung der Normung für die Produktstandards (z.B. prEN 13242). Aufgrund der Anforderung der Europäischen Kommission wurden HAS-consultants beauftragt (Harmonized Standards (HAS) consultants), worauf die europäische Normung nunmehr keine Fortschreibung der bestehenden europäischen Produktnormen vorsehen wird. Anstelle dessen soll es zu einer verschmolzenen Produktnorm im Bereich der Gesteine kommen, also ein Zusammenziehen der EN 12620, EN 13043, EN 13242, …

Die Struktur dieser neuen Produktnorm soll zweigeteilt sein: Teil 1 soll harmonisierte Vorschriften enthalten (für Haupteigenschaften), Teil 2 könnte nicht harmonisierte Bestimmungen aufnehmen. Die bisherige nationale „Umsetzung“ europäischer Normung (z.B. ÖN B 3132) wird in Zukunft nicht mehr erfolgen, an Stelle dessen soll es nationale Anhänge zu europäischen Norm geben.

Aufgrund dieser kompletten Neustrukturierung ist eine entsprechender Zeitlauf benötigt – sprich, eine Erneuerung der bestehenden Normung ist erst in mehreren Jahren zu erwarten.

 

2.3 Bei der Erarbeitung der Normen für Gesteinskörnungen des CEN/TC 154 betrachtete Ausgangsstoffe – Ergänzendes Element (FprCEN/TS 17438:2019)

Bis 15. November 2019 ist diese Technische Regel in Stellungnahmeverfahren. Sie enthält Informationen für Anwender zu den Ausgangsstoffen, die bei der Erarbeitung von Normen für Gesteinskörnungen berücksichtigt wurden:

– EN 12620    “Gesteinskörnungen für Beton”

– EN 13043    “Gesteinskörnungen für Asphalt und Oberflächenbehandlungen für Straßen, Flugplätze und andere Verkehrsflächen”

– EN 13139    “Gesteinskörnungen für Mörtel”

– EN 13242    “Gesteinskörnungen für ungebundene und hydraulische gebundene Baustoffe für Ingenieur- und Straßenbau”

– EN 13383-1 “Wasserbausteine – Teil 1: Anforderungen”

– EN 13450    “Gesteinskörnungen für Gleisschotter”

– EN 13055    “Leichte Gesteinskörnungen”

Dieses Dokument enthält nur Ausgangsstoffe mit Erfahrungen hinsichtlich der Anwendbarkeit in einem oder mehreren Mitgliedstaaten.

 

3. Veranstaltungen

3.1 Ausbildungskurs „Recycling-Fachperson“ (Wien)

Diese zweitägige Ausbildung richtet sich insbesondere an Personal von Recycling-Anlagen aber auch an Bauleiter sowie örtliche Bauaufsicht. Ziel ist es, neben den rechtlichen Grundlagen auch die technische Basis für die Verwendung von Recycling-Baustoffen sicherzustellen.

Der nächste Kurs findet von 18. – 19. November in Wien statt (siehe beiliegenden Folder).

 

3.2 Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen (Leoben)

Die richtige Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen wird Ihnen am November 2019 in Leoben vorgestellt.

Die rechtlichen und technischen Anforderungen der Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben im Wandel begriffen: Um einen bundeseinheitlichen, praxisgerechten Standard zu schaffen, wird seitens des BRV das Merkblatt „Zwischenlager für Baurestmassen“ vorgestellt.

Anmeldungen bitte mittels beiliegenden Anmeldeabschnitts.

 

3.2 Eingangsleiter Baustoff-Recycling Annahme – Produktion – Vertrieb (Linz)

Dieses Seminar für Praktiker/innen, das am 26. November in Linz stattfindet, soll die notwendigen Kenntnisse über Abfallannahme, Produktion, Lagerung, Einsatzmöglichkeiten und Dokumentation vorstellen. Neben dem Eingangspersonal ist natürlich der/die Stellvertreter/in und sonstiges Personal zu schulen. Das Seminar bietet auch für Abbruchunternehmen und Bauunternehmen für die Herstellung von Recycling-Baustoffen gute Grundlagen.

Weitere Detailinformationen inkl. Anmeldeabschnitt finden Sie im beiliegenden Kursfolder.

 

3. Wissenswertes

3.1 Regelblatt Verwendung und Verwertung von Sedimenten aus Wildbacheinzugsgebieten

Im Sommer 2019 wurde seitens des ÖWAV das Regelblatt Nr. 305 veröffentlicht, welches sich der Verwendung und Verwertung von Sedimenten aus Wildbächen widmet. Zentral wird dabei das Sedimentmanagement (Anfall, Zwischenlagerung, Verwendung) behandelt. In einem Kapitel wird die Charakterisierung von Wildbachsedimenten erläutert.

Weiters wird die öffentliche Förderung für die Wildbachräumung (Katastrophenfond, UFG, VO-LE) angesprochen.

In den Anhängen finden sich u.a. Vertragsmuster für den Übernahmevertrag.

Das Regelblatt ist beispielsweise beim Austrian Standard Institute käuflich erhältlich.

Mitgliederinformation 15/2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Anbei finden Sie das Mitgliederrundschreiben Nr. 15/2019, das sich überwiegend mit der aktuellen Normung beschäftigt. Sollten Sie eine Stellungnahme zu den aktuellen Normentwürfen abgeben, ersuchen wir um Übersendung einer Kopie an die Geschäftsstelle des BRV.

Weiters möchten wir auf die kommenden Veranstaltungen des BRV hinweisen:

  • 24. Oktober: Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen (Wien)
  • 28. Oktober: Abfallbilanzen und EDM-Stammdatenverwaltung für Recyclingbetriebe (Linz)
  • 18-19. November: Ausbildungskurs Recycling-Fachperson (Wien)

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 15/2019

  1. Technische Angelegenheiten

1.1. ÖN B3151 „Rückbau von Bauwerken als Standardabbruchmethode“ in Begutachtung

Die ÖN B 3151 erschien erstmals im Dezember 2014 und wurde durch die Recycling-Baustoffverordnung rechtlich verbindlich erklärt. Durch die Novelle der RBV ergab sich eine Reihe von Widersprüchen, die bislang nicht aufgelöst worden waren.

In vielen Ausschusssitzungen des A.S.I. wurde eine Überarbeitung unter Leitung des Geschäftsführers des BRV, Herrn Car, durchgeführt. Diese beinhaltet eine Angleichung an den Status quo der RBV, jedoch keine innovative Zukunftsarbeit. Dies deswegen, da eine ÖNORM nicht der aktuellen Gesetzgebung widersprechen soll und darf.

Die Begutachtungsfrist des Entwurfes der ÖN B 3151 beginnt mit 1. November 2019 und endet mit 15. Dezember 2019. Die Stellungnahmen werden Anfang Jänner 2020 bearbeitet und voraussichtlich erscheint die ÖNORM B 3151 dann im Frühjahr 2020 in neuer Fassung. Diese ist allerdings weiterhin rechtlich nicht verbindlich, dazu benötigt es einer Novelle der RBV, die aus heutiger Sicht kurzfristig nicht zu erwarten ist.

Der BRV plant eine Stellungnahme abzugeben – wir freuen uns über Ihre Rückmeldung, die wir gerne durch unsere Stellungnahme an das A.S.I. unterstützen wollen. Die Entwurfsfassung kann online (www.austrian-standards.at) eingesehen werden. Bei Bedarf können wir Ihnen gerne eine Begutachtungsfassung zukommen lassen.

 

1.2. prEN 12697-42 „Fremdstoffgehalt in Ausbauasphalt“ in Begutachtung

Auf CEN-Ebene wird der Entwurf der EN 12697, Teil 42, zur Begutachtung aufgelegt; in Österreich kann seit 15. September die ÖN EN 12697-42 bis Ende Oktober Stellung bezogen werden. Der derzeitige Entwurf aktualisiert die Ausgabe aus 2012.

Dieser Europäische Norm-Entwurf legt ein Sichtprüfverfahren zur Bestimmung des Gehalts an groben Fremdstoffen in Ausbauasphalt und deren Bestandteile fest. Ein Verfahren zur Bestimmung des Gehalts an feineren Fremdstoffen in Ausbauasphalt und deren Bestandteile wird in Anhang A angegeben. Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 227 “Straßenbaustoffe” erarbeitet.

Gegenüber der bestehenden EN wurde u.a.

. der Titel erweitert, er bezieht sich nicht nur auf Heißasphalt

. die Definition von Ausbauasphalt wurde an die EN 13108-8;2016 angepasst

Der BRV wird nur dann eine Stellungnahme abgeben, wenn dies seitens der Mitgliedsbetriebe ausdrücklich gewünscht wird.

 

  1. Veranstaltungen

2.1  BRV-Seminar „Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen“

Die Regelungen für Baurestmassen und Aushub sind in den letzten drei Jahren komplett verändert worden. Neben der Recycling-Baustoffverordnung ist auch der Bundes-Abfall-wirtschaftsplan im Jahre 2018 neu aufgelegt worden. Dieser behandelt Aushubmaterial als Ausgangsstoff für Recycling-Baustoffe, aber auch für die direkte Verwendung als Schüttung sowie Eingangsmaterialien für Recycling-Anlagen, die nach RBV geregelt sind.

Ziel ist es, den Teilnehmenden nicht nur einen Überblick über die Anforderungen, sondern auch rechtssichere Möglichkeiten für die Verwendung aufzuzeigen.

Am kommenden Donnerstag, 24. Oktober 2019, findet im BRV dieses Seminar statt; es besteht noch Anmeldemöglichkeit für diese Tagesveranstaltung.

 

2.2  Seminar „Abfallbilanzen und EDM-Stammdatenverwaltung für Recyclingbetriebe“

Wenngleich die AWG-Novelle des Sommers 2019 Erleichterungen bei der Abfallbilanz für gewisse Tätigkeiten vorsieht, haben Abfallsammler und Behandler weiterhin die volle Verpflichtung, eine Abfallbilanz zu erstellen.

Das Seminar am 28.10.2019 richtet sich an alle, die Recycling selbst aktiv betreiben – egal ob stationär oder mobil. Da bei mobiler Aufbereitung auch der Bauherr, der mobil lohnbrechen lässt, in Anspruch genommen wird, wird auch auf diese Problematik eingegangen.

Nähere Informationen können über die Homepage des BRV abgefragt werden.

 

2.3 Vorankündigung: BRV-Jubiläumsveranstaltung 2. April 2020

Das 30. Jubiläum der Gründung des BRV wird zum Anlass genommen, einen Festkongress am 2. April 2020 im Parkhotel Schönbrunn abzuhalten.

Themen der Tagung werden sein:

  • Die Zukunft des Baustoff-Recyclings (neue politische Vorgaben, Abfallende für Böden, Klimarelevanz…)
  • Neue technische Anforderungen (neue Normen für den Abbruch, Mehrfachrecycling, …)
  • Herausforderungen des Baustoff-Recyclings (neue Judikatur, neue rechtliche Rahmen-bedingungen, ..)

Im Anschluss an die Tagung findet ein Festabend statt. Neben einer Besichtigung der Prunk-räumlichkeiten des Schlosses Schönbrunn wird bei dem Festabend TRICKY NIKI, ein österreichischer Bauchredner, Zauberer, Comedian und Entertainer, auftreten. TRICKY NIKI verbindet in seinen Shows Bauchreden mit interaktiver Publikums-Unterhaltung und wird an den Tischen so manchen verzaubern!

Halten Sie sich bitte den gesamten 2. April 2020 für dieses Event frei!

 

3. Wissenswertes

3.1 Zurückziehung der ÖN B 2205: FSV gibt eine authentische Interpretation zur LB-VI

Mit 1. Juni 2019 wurde die ÖN B 2205 „Werkvertragsnorm – Erdarbeiten“ vom Austrian Standards Institute zurückgezogen. An ihrer Stelle tritt die europäische Norm EN 16907 – Erdarbeiten.

Da die Werkvertragsnorm B 2205 auch bautechnische Aussagen – z.B. zu den Bodenklassen – liefert, fehlt nunmehr eine gültige Definition dieser Klassifizierung. Dies ist insbesondere für die vertraglichen Regelungen nach der Standardisierten Leistungsbeschreibung Verkehr und Infrastruktur von Bedeutung.

Die EN 16907 beinhaltet wiederum im Teil 1 Anhang B einen Verweis auf die – nunmehr zurückgezogene – ÖNORM B 2205 sowie auf die RVS 08.03.01. Darin enthalten ist u.a. auch die Einteilung in die bisherigen Bodenklassen. Somit ergibt sich kein Widerspruch zur ÖN
B 2205 und der Bodenklasseneinteilung der LB-VI.

Die Österreichische Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr hält fest, dass trotz Zurückziehung der ÖNORM B 2205: 2000-11-01 diese weiterhin anzuwenden ist. Dies betrifft insbesondere die Einteilung der Positionen nach den bisherigen Bodenklassen wie auch die weiteren Regelungen.

Die detaillierte Fassung der Authentischen Interpretation erhalten Sie unter

http://www.fsv.at/publikationen/rvsintshow.aspx?ID=7b240840-a096-4ed3-ab1d-658fa567091f

Mitgliederinformation 14/2019 – Ergebnisse (Vor)absiebmaterial

Sehr geehrte Damen und Herren!

der Österreichische Baustoff-Recycling Verband freut sich, Ihnen mit diesem Rundschreiben eine Zusammenfassung der Ergebnisse zu der vom BRV veranlassten Untersuchung von (Vor)absiebmaterial bekannt geben zu können.

Wir bedanken uns gleichzeitig bei den vielen Mitgliedsbetrieben, die durch Zurverfügungstellen von Proben die Analysen ermöglichten. Das Ergebnis zeigt, dass die Materialien von ausreichend guter Qualität sind und damit unser Anliegen, dass derartige Materialien nicht chemisch analysiert werden müssen, unterstützt wird.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Mitgliederrundschreiben.


Unsere nächsten Veranstaltungen:

  • Was tun mit Aushub?

Termin: 03.10.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft

Termin: 03.10.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen

Termin: 24.10.2019, 1 Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 14/2019

  1. Rechtsangelegenheiten

1.1. AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019 – Klarstellung zu Rundschreiben Nr. 12

Die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019 wurde am 31. Juli mit Bundesgesetzblatt I Nr. 71/2019 veröffentlicht. Mit Rundschreiben Nr. 11/2019 haben wir über die Novelle vorinformiert, mit Rundschreiben 12/2019 wurde eine kurze Zusammenstellung wichtiger Änderungen dargelegt.

Erfreulicherweise wurde seitens des BMNT auch diese Information wahrgenommen, wobei das BMNT um folgende 2 Klarstellungen ersucht:

  1. Zum Thema Maschinentausch stellt das BMNT fest: Beim Ersatz von Maschinen, Geräten oder Ausstattung einer genehmigten Anlage durch in den Auswirkungen gleichartiger Maschinen, Geräte oder Ausstattungen, handelt es sich um eine (emissionsneutrale) Änderung der Anlage. Diese ist – seit der AWG-Rechtsbereinigungsnovelle – vom § 37 Abs. 4 Ziff. 9 umfasst und damit – wie bisher – anzeigepflichtig. Die durch die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle geänderten Gesetzestexte bedeuten nicht, dass die von der Ziffer 3 umfassten Sachverhalte keiner Anzeigenpflicht mehr unterliegen: Die Anzeige hat aufgrund der Grundlage der Ziffer 9 nunmehr zu erfolgen.
  1. Hinsichtlich des zusammenfassenden Hinweises zur neuen Rechtssituation von Abbruch- und Erdbewegungsunternehmen im Rundschreiben Nr. 12, legt das BMNT Wert darauf, dass die genannten Unternehmungen der neuen Ausnahme nur dann unterliegen, wenn ihre (gesamte!) wirtschaftliche Tätigkeit nicht auf die Abfallsammlung oder –behandlung gerichtet ist. Damit ist beispielsweise ein Abbruchunternehmen, welches auch eine Deponie betreibt oder ein Erdbewegungsunternehmen, das Recycling-Baustoffe herstellt und deren Tätigkeit daher auf die Sammlung von Abfällen gerichtet ist, weiterhin verpflichtet, für seine gesamte Tätigkeit (d.h. auch für eine allfällige Sammlung anderer Abfälle seiner Auftraggeber) eine Erlaubnis im Sinne des AWG innezuhaben.

Diese Anmerkungen werden auch in der elektronischen Version des Rundschreibens Nr. 12, welches Sie im BRV-INTERN gerne abrufen können, nachträglich berücksichtigt.

 

  1. Technische Angelegenheiten

2.1  BRV-Untersuchung von (Vor)Absiebmaterialien aus der Produktion von Recycling-Baustoffen

Der BRV beauftragte eine Untersuchung von Absiebmaterialien hinsichtlich der Beurteilung der Umweltverträglichkeit. Mitgliedsunternehmen des BRV erklärten sich bereit, dazu Probematerial zu Verfügung zu stellen. Die Untersuchung fand im Zeitraum Jänner – Juni 2019 durch UWIS Ingenieurbüro Stanek KG statt.

Die chemische Analytik wurde von der akkreditierten Prüfstelle der PORR Unwelttechnik GmbH – Umweltlabor sowie Eurofins-Labor, die Bautechnik durch die akkreditierte Prüfstelle Bautech Labor GmbH sowie Eurofins-Labor  durchgeführt.

Obwohl die Deponieverordnung (DVO) i.S. des Anhang 2 festlegt, dass in Baurestmassen- und Massenabfalldeponien auch der Liste II gleichartige Abfälle aus der Produktion von Baustoffen OHNE analytische Untersuchungen für die grundlegende Charakterisierung angenommen und abgelagert werden können, wurde in den aktuellen Erläuterungen zur Recycling-Baustoffverordnung (RBV) konkretisiert: „Nicht verwertbare Rückstände sind gemäß DVO 2008 zu untersuchen und in Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse auf einer entsprechenden Deponie abzulagern.“

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) sowie der Österreichische Güteschutz-verband Recycling-Baustoffe haben sich daher entschlossen, beginnend mit der aktuellen Produktionsperiode 2019, eine Untersuchung darüber durchzuführen, welche Inhaltsstoffe in abgesiebten Fraktionen aus der Aufbereitung von gütegeschützten Recycling-Baustoffen (RB, RM, RMH) enthalten sind, wie diese Materialien bewertet und in Bezug auf die Grenzwerte der Deponieverordnung sowie der Recycling-Baustoffverordnung eingestuft werden können.

Im Rahmen der Studie wurden 18 Feldproben von 11 Unternehmen aus 5 Bundesländer (W, NÖ, OÖ, S, St) übernommen. Das Ausgangsmaterial vor Siebung war i.a. Bauschutt oder Bodenaushub mit Bauschutt, der erzeugte Recycling-Baustoff nach Siebung war RMH, RZ bzw. RM. Die chemische Untersuchung wurde gem. DVO 2008 Anhang 4 Teil 1 und 2 sowie gemäß RBV Anhang 2 Tabelle 1 durchgeführt. Weiters wurden bautechnische Untersuchungen hinsichtlich der Parameter FL, Rg+X und tw. Sieblinie bzw. Klassifizierung der Bestandteile durchgeführt.

Die Untersuchung nach RBV zeigte, dass ein Drittel (5) der Absiebmaterialien sogar der Qualitätsklasse U-A, 2 Proben der Klasse U-B und 11 Proben darüber hinaus gingen. Die Auswertung nach Deponieverordnung ergab, dass 2/3 aller Proben sofort auf eine Inertabfall- bzw. Baurestmassendeponie abgelagert werden dürften, 6 Proben aufgrund geringer Überschreitungen den Werten der Reststoffdeponie entsprachen. Ausschlaggebender Parameter dafür war fast immer Sulfat.

Zusammenfassung:

  • Die festgestellten Gehalte an Schwermetallen sind i.a. für die untersuchten Materialien nicht einstufungsrelevant, die Grenzwerte können mit hoher Wahrscheinlichkeit eingehalten werden.
  • Gesamtgehalte an PAK, Kohlenwasserstoffe sowie TOC: Im Allgemeinen können die aktuellen Grenzwerte von U-A und U-B sowie die der Inertabfall-/Baurestmassen-deponie eingehalten werden.
  • Eluatgehalte: Die Eluatparameter sind, mit Ausnahme von Nitrat, Nitrit, Ammonium, Sulfat und tlw. TOC, im Allgemeinen kaum einstufungsrelevant. Sulfat wurde wiederholt als wesentlicher, einstufungsrelevanter Parameter festgestellt. Dennoch liegen die Konzentrationen an Sulfat deutlich unter jenen Sulfatgehalten, die etwa in sortenreinem Gips (auch Mauersteine auf Gipsbasis, Gipskartonplatten, Stuckaturmaterial, …) erwartet werden können. Diese Materialien werden derzeit ebenso wie gleichartige Abfälle aus der Produktion von Baustoffen OHNE analyt. Untersuchungen auf einer Baurestmassendeponie abgelagert.
  • Verunreinigungen FL, Rg und X: Diese sind einstufungsrelevant nach RBV und unterstreichen, dass die Vorabsiebung zwecks Qualitätssteigerung notwendig ist: Die Mehrzahl der untersuchten Absiebmaterialien konnte die Grenzwerte der RBV nicht einhalten. Da diese Werte in der DVO nicht angeführt sind, sondern in Baurestmassen 10 Vol-% an Verunreinigungen enthalten sein können, wird dieser Wert eingehalten.

Anm.: Obige Aussagen sind eine verkürzte Darstellung des 44 Seiten (ohne Anhang) umfassenden Berichtes und stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit dar.

Die Detailanalyseergebnisse sind den jeweiligen mitwirkenden Mitgliedsbetrieben zugesendet worden.

Der BRV wird die Untersuchung zum Anlass nehmen, die durchwegs passablen Ergebnisse mit dem BMNT zu diskutieren und die Nichtnotwendigkeit einer chemischen Analyse von (Vor)Absiebmaterial verlangen, wenn dieses auf einer Baurestmassendeponie abgelagert wird. Wie erwähnt, ist auch aus der Textierung des Anhanges zur Deponieverordnung die Nichtnotwendigkeit der Analytik herauszulesen.

 

2.2  Leitfaden KMF-Abfälle

Das BMNT hat eine Handlungsanleitung zum Umgang mit Abfällen künstlicher Mineralfasern (KMF) aus dem Bauwesen für Bauherren, Bauunternehmen, Transportunternehmen sowie Sammler und Behandler von Abfällen veröffentlicht.

Beschrieben werden empfohlene Verhaltensweisen hinsichtlich Sammlung und Lagerung auf der Baustelle, beim Transport, der Zwischenlagerung und für die Entsorgung.

Der Leitfaden wurde in Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus mit den Bundesländern erstellt und kann unter folgendem Link https://www.bmnt.gv.at/umwelt/abfall-ressourcen/behandlung-verwertung/broschuere-kuenstliche-mineralfaserabfaelle.html heruntergeladen werden.

 

3. Veranstaltungen

3.1 BRV-Seminar „Was tun mit Aushub?“

Am 3. Oktober 2019 veranstaltet der BRV das Halbtagesseminar „Was tun mit Aushub?“, welches die Themen Bodenaushub, Tunnelausbruch und Gleisaushub behandelt. Das Seminar nimmt auch Bezug auf die neue Richtlinie für Recycling-Baustoffe aus Aushubmaterialien, wenn es um die Frage der Herstellung von Recycling-Baustoffen aus Aushüben geht. Darüber hinaus wird auch das Thema Aufbereitung von kontaminiertem Aushub angesprochen.

Wir würden uns freuen, Sie bei diesem Seminar begrüßen zu dürfen und ersuchen um Anmeldungen mittels beiliegenden Anmeldeabschnitts.

 

3.2 BRV-Seminar „Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft“

Am 3. Oktober 2019 veranstaltet der BRV in Wien ein Seminar über den Altlastenbeitrag im Zusammenhang mit Recycling-Baustoffen. Ziel ist es, Informationen an Bauauftraggeber und Bauausführende sowie baurelevante Recycling-Wirtschaftstreibende über Neuerungen bei der Verpflichtung der Abfuhr des Altlastenbeitrages zu geben. Neben den schon bisher bestehenden Verpflichtungen wird insbesondere auf Neuerungen, die sich aus der ALSAG-Novelle 2017 ergaben, eingegangen. Damit werden auch die altlastenbeitragsrelevanten Regelungen des neuen Bundes-Abfallwirtschaftsplans angesprochen.

Bitte melden Sie sich mit beiliegendem Formular an.

 

3.3 Seminar „Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen“

Am 24. Oktober bietet der BRV in Wien ein Seminar über den rechtssicheren Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen an. Dieses Grundlagenseminar ist als Einstieg in das Thema Aushubmaterial und Baurestmassen auf der Baustelle gedacht. Es dient auch als Aktualisierung zu den BRV-Ausbildungskursen aus den letzten Jahren, die sich mit Abbrucharbeiten und der Recycling-Fachperson beschäftigten.

Ziel des Seminars ist die Vermittlung von rechtlichem Basiswissen und dem richtigen Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen (Zwischenlagerung, Verwertung, Deponierung inkl. der rechtskonformen Dokumentation).

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Folder.

 

3.4 Vorankündigung: BRV-Jubiläumsveranstaltung 2. April 2020

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband wurde vor 30 Jahren gegründet! Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir Sie einladen, am 2. April 2020 dies im Rahmen eines Jubiläumskongresses zu feiern. Das Programm dieser Fachtagung erhalten Sie Ende November am Rundschreibenwege zugesandt.

Wir ersuchen Sie, diesen Termin im Kalender für diese Veranstaltung zu reservieren.

Mitgliederinformation 13/2019 – Neue Richtlinie Recycling-Baustoffe Aushubmaterialien

Sehr geehrte Damen und Herren!

seit Jänner 2018 besteht die Möglichkeit, Recycling-Baustoffe nicht nur aus mineralischen Baurestmassen sondern auch aus Aushubmaterialien im Sinne des Bundes-Abfallwirtschaftsplanes 2017 herzustellen.

Diese Möglichkeit ist insbesondere deswegen von Interesse, da damit teilweise andere Einsatzbereiche als mit Recycling-Baustoffen nach Recycling-Baustoffverordnung (z.B.: Qualitätsklasse U-E oder U-B) möglich sind und neue Eingangsmaterialien erschlossen werden.

Der BRV erstellte eine eigene Richtlinie dazu, Sie erhalten diese nächste Woche am Postweg, nähere Details entnehmen Sie bitte dem Rundschreiben.


Unsere nächsten Veranstaltungen:

  • Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle

Termin: 09.09.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen

Termin: 11.09.2019, 1 Kurstag,
Veranstaltungsort: Linz

  • Recyclinggerechte Auschreibung und Vergabe

Termin: 16.09.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Recycling-Baustoffe in der Praxis

Termin: 18.09.2019, 1 Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Eingangsleiter Baustoff-Recycling Annahme – Produktion – Vertrieb

Termin: 23.09.2019, 1 Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car


MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 13/2019

  1. Rechtsangelegenheiten

1.1. Ergänzende Hinweise zur AWG-Novelle 2019

Mit Rundschreiben Nr. 12/2019 übersandten wir Ihnen Informationen betreffend der letzten AWG-Novelle.

Unter Pkt. 1.2 „AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019“ stellten wir fest, dass die Behandlungspflicht generell auf 3 Jahre festgelegt wurde und „damit wird die Einjahresfrist im Falle der Deponie außer Kraft gesetzt“.

In diesem Zusammenhang möchten wir klarstellen, dass die Novelle des AWG nicht mit dem bestehenden Altlastensanierungsgesetz übereingestimmt wurde: Im AlSAG wird klar festgehalten, dass die Altlastenbeitragspflicht für das mehr als einjährige Lagern von Abfällen zur Beseitigung nach § 3 Abs. 1 Z1lit.b AlSAG weiter besteht.

Darüber hinaus ist auch weiterhin im AWG 2002 in den Begriffsdefinitionen für Deponien die Einjahresfrist im Falle der Zwischenlagerung von Abfällen vor der Beseitigung enthalten.

Es ergeht daher die Empfehlung, so wie bisher, die Einjahresfrist für die Lagerung von Abfällen vor Beseitigung und die Dreijahresfrist für die Lagerung vor Verwertung entsprechend unverändert zu berücksichtigen.

Für Rückfragen steht die Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.

 

  1. Technische Angelegenheiten

2.1  Neue BRV-Richtlinie „Recycling-Baustoffe aus Aushubmaterialien“

Aus Jänner 2017 stammt die 10. Auflage der Richtlinie für Recycling-Baustoffe mit dem Anwendungsbereich „Herstellung von Recycling-Baustoffen aus mineralischen Baurestmassen“.

Nunmehr ist es dem Ausschuss des BRV gelungen, eine neue Richtlinie für Recycling-baustoffe aus Aushubmaterialien zu veröffentlichen. Diese Richtlinie wird erstmals vom Österreichischen Baustoff-Recycling Verband in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Güteschutzverband Recycling-Baustoffe auf Basis der bautechnischen und umwelttechnischen Anforderungen, die in mehreren Standards (z.B.: Bundes-Abfallwirtschaftsplan, Euronormen, ÖNORMEN) niedergeschrieben sind, veröffentlicht.

Die gegenständliche Richtlinie regelt die Herstellung des Recycling-Baustoffes RG, der in überwiegender Menge aus Aushubmaterialien (außer technisches Schüttmaterial und Gleisaushubmaterial) hergestellt wird und somit nicht durch die Recycling-Baustoffverordnung sondern durch den Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2017 umwelttechnisch beschrieben wird.

Im Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2017 (BAWP 2017) ist die Umweltverträglichkeit und in den ÖNORMEN B 3131 und B 3132 sind die bautechnischen Anforderungen für natürliche Gesteinskörnungen für die Herstellung von ungebundenen und hydraulisch gebundenen Gemischen für den Ingenieur- und Straßenbau gemäß ÖNORM EN 13242 und von Beton gemäß ÖNORM EN 12620 wiedergegeben.

In den beiden Anhängen zur Richtlinie werden Regelungen entsprechend der Anwendung als

  • Gesteinskörnung für ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische für Ingenieur- und Straßenbau
  • Gesteinskörnung für Beton

beschrieben.

Hinweis: Für die Anforderungen an Aushubmaterialien bei Untergrundverfüllungen, wie Schüttungen, Hinterfüllungen, Anschüttungen für Geländeanpassung und Verfüllung von Geländeunebenheiten sowie Bodenrekultivierungsmaßnahmen, ist das Merkblatt „Verwenden und Verwerten von Bodenaushubmaterial“ des BRV heranziehbar.

Als Eingangsmaterialien nach der neuen Richtlinie zählen insbesondere

  • nicht verunreinigtes Bodenaushubmaterial (auch Gewässersedimente und Material aus natürlichen Massenbewegungen)
  • nicht verunreinigte Bodenbestandteile aus der Behandlung von verunreinigtem Aushubmaterial
  • Aushubmaterial von einem wesentlich natürlich gewachsenen Boden oder Untergrund mit maximal 30 Vol.-% mineralischer Baurestmassen oder technischem Schüttmaterial
  • Aushubmaterial von Tunnelbauvorhaben, das nicht mehr als 10 Vol.-% Spritzbeton und nicht mehr als 1 Vol.-% organische Bestandteile enthält
  • Kleinmengen an nicht verunreinigtem Bodenaushubmaterial

Als Materialbezeichnung wird „RG“, rezykliertes Granulat mit einem Masseanteil von mindestens 50 % Gestein (natürliches und/oder rezykliertes) sowie allenfalls rezykliertem Beton und/oder Asphalt, festgelegt. Für die bautechnische Güte werden, wie bisher gewohnt, die Güteklassen S, I, II, III, IV für ungebundene oder hydraulisch gebundene Gemische verwendet, als Qualitätsklasse die des Bundes-Abfallwirtschaftsplans (A1, A2, A2-G, BA, IN, – Letztere für die Herstellung von Beton oder Asphalt). Eine typische Kennzeichnung eines Recycling-Baustoffes, der aus Aushubmaterialien gewonnen wurde, ist beispielsweise
RG I 0/32, U3, A2.

Besonders darauf hingewiesen wird, dass Recycling-Baustoffe aus Aushubmaterialien die Abfalleigenschaft entsprechend § 5 Abs. 1 AWG 2002 mit dem zulässigen Einsatz bzw. Einbau im Zusammenhang mit einer Baumaßnahme im unbedingt erforderlichen Ausmaß zur unmittelbaren Substitution von Primärrohstoffen verlieren. Bei jeder Verwertung müssen Abfälle in umweltgerechter Weise einem sinnvollen Zweck zugeführt werden, indem sie andere Materialien ersetzen, die ansonsten zur Erfüllung einer bestimmten Funktion verwendet worden wären.

Besonders wird darauf verwiesen, dass Recycling-Baustoffe aus Aushubmaterial ebenfalls ein Gütezeichen durch Vergabe des Österreichischen Güteschutzverbandes Recycling-Baustoffe erhalten können. Dies ist bei diesen Baustoffen von besonderem Interesse, da sie am Markt erst eingeführt werden und damit die Qualitätsauszeichnung im Vordergrund steht.

Wie bei allen Richtlinien des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes wird auf die Ausrichtung auf Recyclingbetriebe bzw. Verwendung durch Bautechniker geachtet. Die Richtlinie stellt somit eine Zusammenschau der notwendigen Grundlagen, insbesondere der bautechnischen und umwelttechnischen, dar. Sie dient auch zur Hebung der Rechtssicherheit der Herstellung und Verwendung von Recycling-Baustoffen aus Aushubmaterial, sodass ein altlastenbeitragsfreier Einbau erleichtert wird.

Diese Richtlinie kann beim Österreichischen Baustoff-Recycling Verband ab sofort bestellt werden – ein Bestellschein ist beiliegend. Jedes Mitglied erhält ab 15. September ein Exemplar in gedruckter Form gratis zugesandt. Darüber hinaus gehende Bestellungen werden ab Mitte September gerne ausgeliefert werden.

Es wird darauf hingewiesen, dass Auftraggeber sowie Planer auf diese Richtlinie speziell hingewiesen werden.

 

3. Recycling-Wirtschaft

3.1 Benchmark-Studie Rezyklate

Am Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft der Montanuniversität Leoben wird derzeit seitens Studenten eine Benchmark-Studie über Rezyklate erstellt.

Es erging das Ansuchen an den Baustoff-Recycling Verband, diese Studie zu unterstützen. Da wir nicht Daten an andere Stellen weitergeben wollen und dürfen, wurde nun der Interviewleitfaden seitens der Universität Leoben an den BRV gesendet mit der Bitte, diesen an die Experten weiterzugeben.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie den beiliegenden Interviewleitfaden kurz durchsehen und Herrn Patrick Schadl, studentischer Mitarbeiter des Lehrstuhls, unter patrick.schadl@unileoben.ac.at kontaktieren.

 

4. EU und Ausland

4.1 BRV auf erster Interalpiner Ressourcentagung

Am 5./6. September 2019 findet in Südtirol eine erste Interalpine Ressourcentagung mit dem Schwerpunktthema „Wiederverwertung in der Bauwirtschaft – ökologischer Fußabdruck für Generationen?“ statt.

Der BRV ist am 5.9. mit dem Vortrag „Was sind die Stolpersteine der Verwertung – Regelwerke kontra Nachhaltigkeit?“ vertreten.

Nähere Informationen sind unter www.ibi-kompetenz.eu/ressourcentagung/ erhältlich.

 

5. Veranstaltungen

5.1 Neues BRV-Seminar: „Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle“

Am 9. September 2019 (Restplätze!) bietet der BRV das neue Seminar „Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle“ an.

Neben den Erläuterungen der rechtlichen Grundlagen für gefährliche Abfälle wird das Thema Schad- und Störstoffe Erkennen sowie die Darstellung typischer Schadstoffe im Bau von Praktikern vorgestellt. Als Referenten stehen Ihnen dabei Prok. Dipl.-Ing. Michael Kochberger, Dipl.-Ing. Franz Poosch-Böckl und Dipl.-Ing. Mag. Thomas Kasper zur Verfügung.

Anmeldungen bitte möglichst rasch mit beiliegendem Anmeldeformular.

 

5.2 BRV-Seminar in Linz: „Zwischenlagerung“

Die richtige Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen wird Ihnen am
11. September 2019 im Austria Trendhotel in Linz vorgestellt.

Die rechtlichen und technischen Anforderungen der Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben im Wandel begriffen: Um einen bundeseinheitlichen, praxisgerechten Standard zu schaffen, wird seitens  des BRV das Merkblatt „Zwischenlager für Baurestmassen“ vorgestellt.

Anmeldungen bitte mittels beiliegenden Anmeldeabschnitts.

 

5.3 BRV-Seminar „Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft“

Am 3. Oktober 2019 wird in Wien ein weiterer Seminartermin angeboten: Besonders wird darauf hingewiesen, dass auf die Zusammenhänge mit der AWG-Novelle 2019 aber auch mit der letzten Altlastensanierungsnovelle die derzeit aktuelle Lage bzw. Neuerungen bei der Verpflichtung der Abfuhr des Altlastenbeitrages dargelegt wird.

Ihre Anmeldung können Sie mit beiliegendem Anmeldeabschnitt gerne durchführen. 

 

5.4 BRV-Seminar „Was tun mit Aushub?“

Am 3. Oktober 2019 wird in Wien die Frage, was mit Bodenaushub, Tunnelausbruch und Gleisaushub wirtschaftlich vernünftig und umweltrechtlich erlaubt gemacht werden darf, erörtert. Themen sind dabei die Wiederverwendung und Verwertung, die Beprobung des Aushubes, die Aufbereitung von kontaminiertem Aushub bzw. die Herstellung von Recycling-Baustoffen. Anmeldungen bitte mittels beiliegenden Anmeldeabschnitts.

 

5.5 Einladung für BRV-Mitgliedsbetriebe zur Austria Showcase Baustoffrecycling in Prag

Am 6./7. November 2019 veranstaltet die Außenwirtschaft Austria der WKO in Prag ein „Austria Showcase“ zum Thema Baustoff-Recycling. Ziel dieser Veranstaltung ist, die Marktchancen für österreichische Technologieanbietende und Dienstleistende im Baustoff-Recycling am tschechischen Markt zu erhöhen. Diese Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Österreichischen Baustoff-Recycling Verband und dem tschechischen Baustoff-Recycling Verband organisiert. Ziel dabei ist, Know-How österreichischer Unternehmungen im Bereich Recycling und Verwertung sekundärer Rohstoffe im Bauwesen zu präsentieren sowie Geschäftskontakte mit tschechischen Unternehmen, Clustern und Behördenvertretern zu knüpfen.

Sie haben die Möglichkeit, als Maschinenanbieter oder Baustoff-Recycling-Produzent, Produktlösungen mit einem Kurzvortrag dem Fachpublikum aus Tschechien (Firmen, Cluster, Behörden) vorzustellen. Im Vorfeld gibt es organisierte B2B-Termine für konkrete Geschäftsanbahnungen.

Das detaillierte Programm dieser sicherlich sehr interessanten Auslands-veranstaltung können Sie der Beilage entnehmen. Anmeldungen bitte unter dem Online-Anmeldelink für öst. Firmen – nähere Informationen erhalten Sie auch über die Geschäftsstelle des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes.

Mitgliederinformation 12/2019 – AWG Novelle 2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übersendet in der Beilage das Mitglieder-rundschreiben Nr. 12/2019, welches sich mit der AWG-Rechtsbereinigungsnovelle beschäftigt.

Achten Sie bitte auch auf die „Austria Showcase Baustoffrecycling“ in Prag, die vom BRV gestützt wird. Eine Beteiligung von Mitgliedsbetrieben ist möglich und erwünscht.


Wir möchten Sie auf die nächsten Seminare im September 2019 aufmerksam machen:

  • Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle

Termin: 09.09.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Recyclinggerechte Auschreibung und Vergabe

Termin: 16.09.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Recycling-Baustoffe in der Praxis

Termin: 18.09.2019, 1 Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car


MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 12/2019

  1. Rechtsangelegenheiten

1.1. Abfalllager: VWgH entschärft AlSAG-Judikatur

Wie in den letzten Rundschreiben erwähnt, hat der VWgH in der Entscheidung vom 27. März 2019, Ro2019/13/0006-11, Klarheit hinsichtlich der Frage des Vorliegens der behördlichen Genehmigungen geschaffen.

Der VWgH hat festgehalten, dass nur die Fristeinhaltung für die Frage des Altlastenbeitrages relevant ist, nicht die Genehmigungsfragen. Vereinfacht gesagt, bedeutet diese Entscheidung: Nur fristwidrige Lagerungen – also solche, die länger als 3 Jahre für Zwecke der Verwertung oder länger als 1 Jahr für Zwecke der Beseitigungen andauern – sind beitragspflichtig. Nur die Einhaltung der Frist ist zu überprüfen, nicht aber Fragen der Genehmigung (Anm.: Seit 1. August 2019 ist die 1-Jahresfrist gefallen, siehe Pkt. 1.2 des Rundschreibens).

Es wird nochmals darauf hingewiesen,  dass nach anderen Rechtsmaterien (z.B. AWG oder Wasserrecht) unabhängig dieser Entscheidung, sehr wohl Strafen für unzulässige Lagerung ausgesprochen werden können.

Das VWgH-Urteil ist zwischenzeitlich veröffentlicht und kann beim der Geschäftsstelle des BRV bezogen werden.

1.2. AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019

Die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019 wurde am 31. Juli mit Bundesgesetzblatt I Nr. 71/2019 veröffentlicht. Mit Rundschreiben Nr. 11/2019 haben wir über die Novelle vorinformiert.

Neben den medial sehr weit verbreiteten Informationen zum Verbot des Inverkehrsetzens von Kunststofftragetaschen sind entscheidende Änderungen im Erlaubnisrecht, Anlagenrecht, Begleitscheinverfahren, usw., eingetreten.

Im Bereich des Erlaubnisrechtes ist besonders das Entfallen eines Zwischenlagers für Sammler nichtgefährlicher Abfälle erwähnenswert. Zwischenlager sind nurmehr zwingend für die Sammlung gefährlicher Abfälle vorgesehen.

Weiters wurde der Kreis der erlaubnisfreien Rücknehmer insbesondere um Abbruch- und Erdbewegungsunternehmen (u.a.) erweitert, sofern ihre (gesamte) wirtschaftliche Tätigkeit nicht auf die Abfallsammlung oder –behandlung gerichtet ist: Diese sammeln Abfälle, benötigen aber keine abfallrechtliche Erlaubnis mehr.

Weiters wurde die automatische Löschung der Tätigkeit bei Nichtmeldung der Abfallbilanz über länger als 2 Jahre eingeführt. Erfolgt eine Leermeldung für das Kalenderjahr, zählt dieses dabei nicht zu dieser Frist.

Im Bereich des Anlagenrechtes wird der Begriff „Lager“ als ortsfeste Einrichtung, die zur Durchführung der Behandlungsverfahren R13 oder D15 des Anhanges 2 sowie zur Aussortierung von Störstoffen, zur Zusammenstellung von Chargen und zur Zerkleinerung oder Verdichtung von Abfällen ausschließlich für Transport oder Lagerzwecke definiert.

Im Bereich des Maschinentausches entfällt die bisherige Anzeigepflicht nach § 37 Absatz 4 Ziffer 3, da diese in der neuen Ziffer 9 aufgeht: beim Ersatz von Maschinen, Geräten oder Ausstattung einer genehmigten Anlage durch in den Auswirkungen gleichartiger Maschinen, Geräte oder Ausstattungen, handelt es sich um eine (emissionsneutrale) Änderung der Anlage. Diese ist – seit der AWG-Rechtsbereinigungsnovelle – vom § 37 Absatz 4 Ziffer 9 umfasst und damit – wie bisher – anzeigepflichtig.

Die Überleitungsmöglichkeit für nach anderen Gesetzen genehmigte AWG-Anlagen wurde nun für Antragstellungen bis 31. Dezember 2021 verlängert und auf MinroG- und WRG-Anlagen erweitert.

Hinsichtlich AWG–Feststellungsverfahren wird der Fristbeginn des 6-wöchigen Fristenlaufes verändert: Bislang war die Erlassung des Bescheides maßgeblich, nunmehr ist das Einlangen des Bescheides beim BMNT als Beginn der 6-Wochenfrist festgelegt. Anstehende Feststellungsverfahren bleiben bei der bisherigen Behörde, künftig ist nicht mehr die Bezirksverwaltungsbehörde (BH oder Magistrat) für die Feststellung zuständig, ob ein Abfall oder Produkt vorliegt, welche Abfallart vorliegt und ob eine Notifizierungspflicht besteht, sondern der Landeshauptmann.

Als äußerst positiv ist die Einführung des Abfallartenpools für Anlagengenehmigungen zu sehen: Über die Abfallverzeichnisverordnung können Abfallarten zu einem Pool zusammengefasst werden, womit eine Erlaubnis nicht mehr auf einzelnen Schlüsselnummern sondern auch auf Abfallartenpools ausgesprochen werden kann. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei Änderungen einzelner Schlüsselnummern des Pools kein neuerlicher Antrag gestellt werden muss, sondern diese Änderung automatisch berücksichtigt ist.

Hinsichtlich der Verwertung wurde die Zulässigkeit etwas leichter definiert: Nur Verstöße gegen abfallrechtliche Bestimmungen (AWG, dessen Verordnungen, BAWP) machen die Verwertung unzulässig, ansonsten ist ein Verstoß gegen andere Rechtsmaterien nicht relevant.

Weiters wurde die Behandlungspflicht generell auf 3 Jahre festgelegt (Damit wird die 1-Jahresfrist im Falle der Deponierung außer Kraft gesetzt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass im Sinne des AlSAG weiterhin die Altlastenbeitragspflicht bei Zwischenlagerung vor Deponierung mit der Einjahresfrist eintritt.)

Das EDM erhält eine wichtige neue Funktion: Wer Abfälle im Vertrauen auf die Richtigkeit des EDM an einen dort als für diese Abfallart berechtigten Abfallsammler oder –behandler übergibt, erfüllt seine Pflicht zur Übergabe an einen Berechtigten (unabhängig, ob der Abfallsammler/-behandler dazu wirklich berechtigt ist).

Hinsichtlich der Aufzeichnungspflicht entfällt diese für „erlaubnisfreie Rücknehmer“ sofern die Abfälle an einen berechtigten Abfallsammler- oder –behandler weitergegeben werden. Dies ist insbesondere im Interesse für jene Abbruchunternehmer, die aufgrund dieser Novelle als erlaubnisfreie Rücknehmer gelten können.

Die Angabe der Masse der beförderten Abfälle ist nicht mehr zwingend in Kilogramm anzugeben (z.B.: alternativ in Tonnen).

Die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle kann unter anderem im Rechtsinformationssystem des Bundes (www.ris.bka.gv.at) eingesehen werden. Auf Anforderung senden wir Ihnen diese gerne per e-mail zu.

  1. EU und Ausland

2.1  Austria Showcase „Baustoff-Recycling“

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband unterstützt die Wirtschaftskammer Österreich im Rahmen eines Baustoff-Recycling-Tages in Prag: Am 6./7.11.2019 finden am Vormittag einige Kurzvorträge aus Österreich (darunter auch des Baustoff-Recycling Verbandes) und aus Tschechien statt, danach können Firmengespräche zwischen österreichischen Anbietern (Maschinenherstellern, Baustoff-Recycling-Vertretern) und Interessenten aus Tschechien geführt werden.

In der Beilage finden Sie das derzeit aktuelle Programm. Bei Interesse ersuchen wir um Kontaktnahme mit der Geschäftsstelle des BRV, da österreichische Unternehmen sich ebenso präsentieren können und damit Richtung  Tschechien eine Markterweiterung durchführen können.

 

2.2  CEN TC „Circular economy in the construction sector“ abgelehnt

Wir informierten Sie mittels Rundschreiben, dass der BRV gemeinsam mit weiteren Organisationen das Ansuchen Dänemarks, eine neue CEN-TC (Circular economy in the construction sector) zu schaffen, unterstützt hat.

In der Zwischenzeit fand eine Abstimmung über diesen Vorschlag statt, der 20 Zustimmungen, 6 Enthaltungen und 6 Ablehnungen insgesamt enthielt.

Aufgrund des Abstimmungsprozederes bedeutet dies, dass der Vorschlag Dänemarks nicht angenommen wurde. Der BRV bedauert dies, da über die EQAR, der europäischen Qualitätssicherungsorganisation für Recycling-Baustoffe, Vertreter des BRV angeboten hatten, an diesen Sitzungen aktiv mitzuwirken.

Unabhängig davon, werden natürlich die bestehenden CEN-Gremien weiterhin durch den BRV bzw. seine Vertreter unterstützt.

 

2.3  Neu: Recyclinggerechte Ausschreibung und Vergabe

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband möchte die recyclinggerechte Ausschreibung und Vergabe forcieren. Aufgrund dessen wird ein neues Seminar zu diesem Thema angeboten. Am 16. September 2019 veranstaltet der BRV dieses in Wien, am 28. November in Linz.

Auf Basis des Bundesvergabegesetzes 2018 und der neuen aktuellen standardisierten Leistungsbeschreibung LB-VI werden Möglichkeiten einer recyclinggerechten Ausschreibung und Vergabe dargelegt. Die Teilnehmenden erhalten damit ein Werkzeug zu einer Umsetzung einer recyclinggerechten Ausschreibung und Vergabe.

Der Informationsfolder inkl. Anmeldeformular liegt ebenfalls bei.

3. Veranstaltungen

3.1 BRV-Seminar: „Recyclinggerechte Ausschreibung und Vergabe“

Am 16. September 2019 veranstaltet der BRV ein Seminar zum Thema Ausschreibung und Vergabe. Auf Basis des Bundesvergabegesetzes 2018 und der neuen standardisierten Leistungsbeschreibung LB-VI werden Möglichkeiten einer recyclinggerechten Ausschreibung und Vergabe dargelegt. Die Teilnehmenden erhalten damit ein Werkzeug zur eigenen Umsetzung einer recyclinggerechten Ausschreibung und Vergabe.

Bitte melden Sie sich mit beiliegendem Anmeldeabschnitt an.

3.2 BRV-Seminar: „Recycling-Baustoffe in der Praxis“

Am 18. September 2019 bietet der BRV in Wien ein Seminar über Recycling-Baustoffe in der Praxis an. Die Recycling-Baustoffverordnung und der neue BAWP geben viele Möglichkeiten und Vorgaben für eine Vielzahl von Recycling-Baustoffen. Dieses Seminar für PraktikerInnen soll konkret die Grundlagen für typische Sorten von Recycling-Baustoffen aufzeigen. Der rechtssichere Einsatz von Recycling-Baustoffen kann damit leicht erfolgen.

Anmeldungen dazu mit beiliegendem Anmeldeabschnitt.

3.3 BRV-Seminar: „Zwischenlagerung, Bodenaushub/Baurestmassen“

Am 11. September 2019 bietet der BRV in Oberösterreich (Linz) das Seminar „Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen“ an.

Die rechtlichen und technischen Anforderungen an die Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen werden behandelt. Ein praxisgerechter Standard wurde mithilfe des BRV-Merkblattes „Zwischenlager für Baurestmassen“ im März 2018 geschaffen.

Anmeldungen bitte mittels beiliegenden Anmeldeformulars.

3.4 Neues BRV-Seminar: „Erkennen von Schadstoffen

Am 9. September 2019 bietet der BRV ein neues Seminar „Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle“ an. Vortragende aus dem Bereich der Rückbaukundigen Personen sowie der Laboratorien bieten dabei einen Überblick über Schadstoffe und deren Erkennung. Die ordnungsgemäße Entfernung und Behandlung sowie deren Dokumentation wird angesprochen.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte der Beilage.

3.5 Erste Interalpine Ressourcentagung – Wiederverwertung in der Bauwirtschaft

Am 5. und 6. September 2019 findet in Südtirol die erste Interalpine Ressourcentagung statt. Der BRV ist gemeinsam mit der EQAR Unterstützer dieser vom Land Tirol getragenen Tagung. Seitens des BRV wird der Geschäftsführer, Martin Car, referieren.

Bei Interesse können Sie sich unter www.ibi-kompetenz.eu/ressourcentagung/ anmelden.

 

4. Wissenswertes

4.1 „Leitfaden Eingangskontrolle für Recycling-Betriebe“

Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband hat den Arbeitsbehelf Nr. 51 „Leitfaden Eingangskontrolle für Recycling-Betriebe“ zur Herstellung von Recycling-Baustoffen gemäß Recycling-Baustoffverordnung im Bundes-Abfallwirtschaftsplan 2017 aktualisiert.

Der Arbeitsbehelf enthält Hinweise zu den Rechtsgrundlagen, den erforderlichen fachlichen Kenntnissen und Zuständigkeiten für die Eingangskontrolle. Des Weiteren wird auf die Kontrolle der notwendigen Dokumentation bei Anlieferung/Übernahme der Eingangs-materialien im Detail eingegangen. Die Publikation kann bei Austrian Standards Plus GmbH, www.austrian-standards.at, kostenpflichtig bezogen werden.

4.2 Tirol: Statistik Baurestmassen

Seitens des Landes Tirol wurden unter www.tirol.gv.at/umwelt/abfall/abfallstatistik die Bilanzmeldungen der Betriebe hinsichtlich der Abfälle veröffentlicht. Laut WKO Tirol zeigen die Auswertungen, dass sich über die letzten 5 Jahre die Abfallmengen nur unwesentlich verändert haben. Die Auswertung zeigt, dass die aufbereiteten Baurestmassen fast zur Gänze den Qualitätskriterien der Qualitätsklasse U-A entspricht, der Anteil an Recycling-Baustoffen mit der Qualitätsklasse U-A in den letzten 3 Jahren sich verdoppelt hat.

4.3 Umgang mit künstlichen Mineralfasern

Der Verband der Österreichischen Entsorgungsbetriebe weist in einem Schreiben darauf hin, dass aus abfallwirtschaftlicher Sicht derzeit unverändert gesetzliche Vorschriften gemäß Schreiben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasser-wirtschaft vom 10. März 2017 (BMLFUW-2.1.6/0077-V/2/2017) gelten, und somit Mineralfaserabfälle, die in der EU vor 2002 produziert wurden, als gefährlicher Abfall der Schlüsselnummer 31.437g zuzuordnen sind.

Nach einer Abfallverzeichnisverordnungsnovelle wird es voraussichtlich eine eigene Abfallschlüsselnummer für Mineralwolle geben, wo auch eventuell die Frage der Nichtgefährlichkeit entsprechend behandelt werden könnte. Diese Novelle ist allerdings derzeit nicht in Kraft.

5. Allgemeines

5.1 Klimaaktiv mobil – kostenfreie Beratung und finanzielle Förderung

Mit Frühjahr 2019 startete eine umweltfreundliche Mobilitätsmaßnahme „#mission2030 E-Mobilitätsoffensive“. Stapler mit Elektroantrieb oder fossilbetriebene Fahrzeuge auf E-Antrieb umstellen – Maßnahmen dieser Art helfen, die CO2-Emissionen eines Betriebes zu reduzieren, verursachen in der Anschaffung aber teilweise erhebliche Mehrkosten. Deshalb werden unter anderem diese Investitionen vom Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus im Rahmen des klimaaktiv mobil-Programmes gefördert.

Die Förderungen betragen zwischen 3.000,– und 50.000,– Euro.

Im Rahmen der klimaaktiv mobil-Förderung werden zusätzlich auch weitere Maßnahmen im Bereich Materialtransport (elektrische Förderbänder, Materialseilbahnen) und die Anschaffung von E-Sonderfahrzeugen (E-Baumaschinen, E-Bagger, etc.) sowie die Errichtung von E-Ladeinfrastruktur gefördert.

Details zu den kostenfreien Service-/Beratungs- sowie Förderangeboten von klimaaktiv mobil erhalten Sie bei

HERRY Consult GmbH,
1040 Wien, Argentinierstraße 21,
office@mobilitaetsmanagement.at,
Tel. 01 504 12 58-50

Nähere Informationen finden Sie auch in der Beilage.

Mitgliederinformation 11/2019 – AWG Rechtsbereinigungsnovelle 2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übersendet in der Beilage das Mitgliederrundschreiben Nr. 11/2019, welches sich mit der im Nationalrat beschlossenen AWG Rechtsbereinigungsnovelle 2019 beschäftigt.

Die Rechtsbereinigungsnovelle wurde im Entwurf vom BRV stark beeinsprucht, da ursprünglich vorgesehen war, den Bauherren von der Abfallbesitzereigenschaft zu befreien. Der nunmehr über Initiativantrag eingebrachte Novellenentwurf entlastet die Wirtschaft, wenngleich die Details (siehe auch beiliegendes Rundschreiben) beachtet werden müssen.

Wir möchten Sie auf die nächsten Seminare im September 2019 aufmerksam machen:

Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle

Termin: 09.09.2019, ½ Kurstag, Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen

Termin: 11.09.2019, ½ Kurstag, Veranstaltungsort: 4020 Linz, Schillerplatz, Austria Trend Hotel Schillerpark

Recyclinggerechte Auschreibung und Vergabe

Termin: 16.09.2019, ½ Kurstag, Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Recycling-Baustoffe in der Praxis

Termin: 18.09.2019, 1 Kurstag, Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car


MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 11/2019

  1. Rechtsangelegenheiten

1.1. AWG Rechtsbereinigungsnovelle 2019 beschlossen

Am 2. Juli 2019 wurde im Nationalrat einstimmig die Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes, eingebracht auf Initiativantrag von Ex-Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und FPÖ-Chef Norbert Hofer, beschlossen. In der Öffentlichkeit wurde dieser Beschluss unter dem Motto „Plastiksackerlverbot“ publik, die Intention der Gesetzesänderung ist jedoch auch die Entlastung von Unternehmen und der öffentlichen Hand durch eine umfassende Rechtsbereinigung im Bereich der Abfallwirtschaft.

Nachfolgend einige baurelevante Erläuterungen zu der Novelle:

Im § 15 Abs. 4 a wird die zulässige Verwertung insofern konkretisiert, dass die Zulässigkeit nicht mehr in Abhängigkeit aller Rechtsvorschriften sondern nur mehr hinsichtlich des AWG und der darauf aufbauenden Verordnung sowie des BAWP einzuhalten sind.

Im § 15 Abs. 5 wird die Übergabe an einen Behandler nicht mehr in Abhängigkeit ob beseitigt oder verwertet wird gesehen: war bislang die Frist zur Übergabe 1 Jahr bei Beseitigung und 3 Jahre bei Verwertung, ist nunmehr einheitlich 3 Jahre für die Übergabe der Abfälle vorgesehen.

Neu ist Abs. 5 c, welcher normiert, dass die Eintragungen im EDM Register als verlässlich gelten. Wer im Vertrauen auf die Richtigkeit dieser Eintragungen einen Abfall an eine andere Person übergibt, die als ein zur Übernahme dieser Abfälle berechtigter Abfallsammler oder –behandler im Register gem. § 21 Abs. 1 veröffentlicht ist, hat seine diesbezüglichen Verpflichtungen zur ordnungsgemäßen Übergabe erfüllt.

Die Dokumentationspflicht nach § 15 Abs. 7 wurde dahingehend erleichtert, dass die Angaben nicht mehr in Kilogramm zu erfolgen haben. Eine Massenangabe ist dennoch erforderlich (zB. in Tonnen).

In § 24 a werden im Abs. 2 weitere Personengruppen aufgezählt, die nicht der Erlaubnispflicht unterliegen. Darunter im Ziffer 11 „Personen, die aus Anlass einer wirtschaftlichen Tätigkeit, die nicht auf die Sammlung von Abfällen gerichtet ist, wie zum Beispiel Reparaturen, Instandhaltungen, Wartungsarbeiten, Gartenarbeiten, Abbruch- oder Aushubarbeiten, im Zuge der Ausführung eines Auftrags, anfallende Abfälle Dritter übernehmen und nachweislich einem berechtigten Abfallsammler oder –behandler übergeben“. Diese neu eingeführte Ziffer bedeutet, dass im Falle von Abbruchtätigkeiten oder Aushubtätigkeiten, bei denen Abfälle anfallen und berechtigten Abfallsammlern oder –behandlern übergeben werden, KEINE Erlaubnis dafür im Sinne des AWG benötigt wird. Mit anderen Worten, Baumeisterbetriebe müssen sich in Zukunft nicht mehr als Abfallsammler nach AWG qualifizieren, soferne die Abfälle an einen Entsorger übergeben werden. Der Bauherr bleibt aber wie bisher Abfallersterzeuger.

Im § 24 a Abs. 3 wird in Ziffer 2 der Begriff des „Abfallartenpools“ eingesetzt: es wird damit ermöglicht, bei der Antragstellung nicht nur eine Vielzahl von Schlüsselnummern getrennt anzugeben, sondern sich eines Abfallartenpools zu bedienen. Hierbei handelt es sich um die Zusammenfassung von Abfallarten nach typisierten Merkmalen für bestimmte Anwendungsbereiche (zB. Abfälle aus Abbruchtätigkeiten).

In § 25 a wird im Abs. 2 Zi 3 das zwingende Vorhalten eines Zwischenlagers nur mehr für die Sammlung gefährlicher Abfälle vorgesehen.

Im § 49 wird sehr detailliert die Frage der Kosten der Bauaufsicht, die Deponieinhaber zu tragen haben, behandelt.

Im § 78 wird der Abs. 17 dahingehend umformuliert, dass ein Tatbestand gemäß Gewerbeordnung, Mineralrohstoffgesetz und Wasserrechtsgesetz (jeweils zitierte Paragraphen) ausreicht damit genehmigungspflichtige Behandlungsanlagen einen Genehmigungstatbestand nach dem AWG erfüllen. Damit sind derartige Genehmigungen nicht nach den Marteriengesetzen und zusätzlich dem AWG mehr abzuhandeln.

Als Erleichterung ist auch anzusehen, dass genehmigte Abfallartenpools nicht anzupassen sind, wenn sich die Zusammenfassung von Abfallarten in diesem Abfallartenpool ändert.

Zusammenfassend kann damit festgestellt werden, dass

  • ein Abfallartenpool für die Genehmigung von Anlagen Verwendung finden wird können
  • kein Zwischenlager mehr für Abfallsammler von nicht gefährlichen Abfällen erforderlich sein wird
  • (Bau)unternehmer über keine AWG-Erlaubnis zur Sammlung oder Behandlung von Abfällen benötigen werden, wenn die Abfälle weitergegeben werden
  • Eine Bilanzierung damit für die meisten Abbruchunternehmungen entfallen wird.

Der Beschluss des Nationalrats kann gerne bei der Geschäftsstelle angefordert werden. Die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt erfolgt nach der Behandlung im Bundesrat. Das Inkrafttreten ist abhängig vom Veröffentlichungsdatum (mit Ausnahme § 21 Abs. 3 letzter Satz (verpflichtende Leermeldung) und § 27 Abs. 3 letzter Satz (Löschung der Erlaubnis)).

  1. Veranstaltungen

2.1  Ausbildungskurs Baurestmassen – Ausbildung von Deponiepersonal

In Kooperation mit dem ÖWAV bietet der BRV einen weiteren Ausbildungskurs Baurestmassen für Deponieeingangsleitungspersonal an. Der nächste Termin findet von 4. – 6. November 2019 im Hause des BRV (Teil I) und vom 11. – 13. November 2019 (Teil II) statt.

Anmeldungen können direkt beim ÖWAV durchgeführt werden.
Nähere Informationen finden Sie auch unter Veranstaltungen auf der BRV-Homepage unter dem Link http://brv.at/media/_MEDIA/veranstaltungen/2019/58.BRM_Nov2019.pdf.

 

2.2  Neu: Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten


Der BRV bietet erstmals im September 2019 ein Seminar zur Schadstofferkennung bei Abbrucharbeiten und bei der Eingangskontrolle an. Dieses Seminar wird am 9. September 2019 in Wien und am 3. Dezember 2019 in Leoben angeboten.

Insbesondere Rückbaukundige Personen sowie Eingangsleiter/innen von Recycling-Anlagen benötigen die Grundlage zur Erkennung von Schadstoffen in der Praxis. Das Seminar geht auf typische baurelevante Schadstoffe ein, beschreibt ihr typisches Vorkommen und wie sie erkannt werden können.

Anmeldungen mittels beiliegenden Anmeldeabschnitts.

 

2.3  Neu: Recyclinggerechte Ausschreibung und Vergabe

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband möchte die recyclinggerechte Ausschreibung und Vergabe forcieren. Aufgrund dessen wird ein neues Seminar zu diesem Thema angeboten. Am 16. September 2019 veranstaltet der BRV dieses in Wien, am 28. November in Linz.

Auf Basis des Bundesvergabegesetzes 2018 und der neuen aktuellen standardisierten Leistungsbeschreibung LB-VI werden Möglichkeiten einer recyclinggerechten Ausschreibung und Vergabe dargelegt. Die Teilnehmenden erhalten damit ein Werkzeug zu einer Umsetzung einer recyclinggerechten Ausschreibung und Vergabe.

Der Informationsfolder inkl. Anmeldeformular liegt ebenfalls bei.

 

Mitgliederinformation 10/2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übersendet Ihnen in der Beilage das Mitgliederrundschreiben Nr. 10/2019.

Wir möchten speziell darauf hinweisen, dass der BRV im September 2019 in Kooperation mit der Außenwirtschaft Österreich in Prag ein „Show Case Baustoff-Recycling“ abhalten wird. Sollten Sie Interesse haben am tschechischen Wirtschaftsraum aufzutreten, besteht die Möglichkeit einer Firmenpräsentation. Näheres entnehmen Sie bitte dem Rundschreiben.

Unsere nächsten Veranstaltungen:

  • 09.2019, Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle – Wien
  • 09.2019, Recyclinggerechte Ausschreibung und Vergabe – Wien
  • 10.2019, Was tun mit Aushub? (Bodenaushub, Tunnelausbruch, Gleisaushub) – Wien

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car

Mitgliederinformation 09/2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übersendet Ihnen in der Beilage das Mitgliederrundschreiben Nr. 09/2019.

Wir laden Sie herzlich ein, eines unserer drei Seminare, die wir noch vor der Sommerpause anbieten, zu besuchen:

  1. Juni 2019, Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen (Wien)
  2. Juni 2019, BRV-Seminar „Was tun mit Aushub“ (Wien)
  3. Juni 2019, BRV-Seminar „Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft (Wien)

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car

Mitgliederinformation 08/2019 – neues BRV-Anlagenverzeichnis

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übermittelt Ihnen in der Beilage das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung, die im Anschluss an die BRV-Tagung „Baustoff-Recycling 2019 – Herausforderungen und Antworten“ in Wien abgehalten wurde.

Weiters übermitteln wir Ihnen ein Exemplar des soeben veröffentlichten Anlagenverzeichnisses Österreichs, welches die Baustoff-Recycling-Anlagen, aufgelistet nach Standort, wiedergibt.

Weiters wurde dieses erstmals mit dem Mitgliederverzeichnis und der Annahme- und Abgabepreisliste ausgewählter Mitgliedsbetriebe kombiniert.

Gerne stellen wir Ihnen weitere Exemplare dieser Veröffentlichung auf Anforderung zur Verfügung.

Sollten Sie keine Möglichkeit gehabt haben an der letzten Mitgliederversammlung teilzunehmen, finden Sie in der Anlage zusätzlich den Jahresbericht des Baustoff-Recycling Verbandes.

Wir würden uns freuen, Sie bei unseren nächsten Veranstaltungen begrüßen zu dürfen:

  • 06.2019, Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen (Wien)
  • 06.2019, Was tun mit Aushub? (Wien)
  • 06.2019, Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft (Wien)

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car

Mitgliederinformation 07/2019

Sehr geehrte Damen und Herren!

Anbei finden Sie das Mitgliederrundschreiben Nr. 07/2019.

Im Detail können Sie dort aktuelle Neuerungen zum Thema Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark 2019 oder neuer Antrag zur Etablierung eines CEN-Komitees für Recycling-Baustoffe entnehmen.

Speziell wollen wir auf die nächsten Veranstaltungen hinweisen:

  • 5.2019, Erfahrungsaustausch EDM und Recycling-Baustoffe (Wien)
  • 5.2019, Umgang mit (kontaminiertem) Aushub (Kooperationsveranstaltung Wien)
  • 5.2019, Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen (Leoben)
  • 5.2019, Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen (Wien)

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car


MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 04/2019

  

  1. Rechtliche Angelegenheiten


1.1. Entwurf Landes-Abfallwirtschaftsplan Steiermark 2019

Zur Umsetzung der Ziele und Grundsätze des StAWG 2004 hat die Landesregierung jeweils binnen Jahresfrist nach Veröffentlichung des Bundes-Abfallwirtschaftsplans einen Landes-Abfallwirtschaftsplan zu erlassen und im Internet zu veröffentlichen. Mit dem L-AWP Steiermark 2019 liegt nunmehr nach den Plänen 2005 und 2010 der dritte L-AWP auf Basis des StAWG 2004 vor. Im L-AWP 2010 wurden die Visionen eines nachhaltigen Ressourcenmanagements und Maßnahmen zu deren Erreichung festgeschrieben. Die konsequente Weiterentwicklung des bisher Erreichten zu einer Kreislaufwirtschaft im Sinne des EU-Aktionsplans steht im Mittelpunkt des vorliegenden Entwurfes (L-AWP 2019).

Die Evaluierung und Fortschreibung erfolgte auf Grundlage der Abfalldaten bis einschließlich 2017.

Im Kapitel 2.2.3.5. wird das EU-Protokoll über die Bewirtschaftung von Bau- und Abbruchabfällen zitiert.

Erwähnt wird unter anderem die kommunale Sammelinfrastruktur, bei der bis zu 85 unterschiedliche Abfallarten über die steirischen Abfallsammelzentren übernommen und einer Verwertung zugeführt werden. Dazu zählen unter anderem auch Baurestmassen.

Im Kapitel 2.5.7. wird der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) als freiwillige Vereinigung von Recycling-Unternehmen und Interessenvertretung der Baustoff-Recyclingwirtschaft erwähnt. Eine enge Zusammenarbeit im Bereich der Aus- und Weiterbildung ist zitiert.

Hinsichtlich der Restkapazitäten von Deponien wird bei Baurestmassendeponien auf ein Restvolumen von ca. 500.000 m³ hingewiesen. Für die Beseitigung von nicht verwertbaren Baurestmassen und Aushubmaterialien standen in der Steiermark 2018 16 Baurestmassendeponien und 59 Bodenaushubdeponien zur Verfügung.

Der Anteil jener Abfälle aus dem Bauwesen, welche über die kommunale Sammelschiene in der Steiermark erfasst wird, ist mit 38.000 t bzw. 30,7 kg/EW angegeben. Die Tendenz ist in den letzten 10 Jahren gleichbleibend.

Die Aufbereitung von mineralischen Baurestmassen findet in der Steiermark weitestgehend mit mobilen Anlagen statt. Die Durchschnittskapazität solcher mobiler Anlagen betragen in der Regel ca. 200 t/Stunde. Darüber hinaus werden 10 stationäre Anlagen dauerhaft in der Steiermark betrieben. Die insgesamt in der Steiermark zur Verfügung stehende Anlagenkapazität übersteigt damit die zur Aufbereitung der anfallenden mineralischen Baurestmassen tatsächlich erforderliche Kapazität.

Der fachliche Entwurf zum Landes-Abfallwirtschaftsplan 2019 steht unter folgendem Link zur Verfügung:

http://app.abfallwirtschaft.steiermark.at/_Download/LAWPl_2019/L-AWP_IW_2019-04-18_Entwurf_zur_Stellungnahme.zip.

1.2 VwGH-Entscheidung: kein Altlastenbeitrag bei befristeter Lagerung

Die Vereinigung Österreichischer Entsorgungsbetriebe informierte über eine VwGH-Entscheidung vom 27. März 2019 (Ro 2019/13/000611), die sich mit der befristeten Lagerung von Abfällen beschäftigte.

Es wird dabei darauf hingewiesen, dass der Gerichtshof klargestellt hat, dass Lagerungen unter der in §3 Abs. 1 Zif. 1 lit b AlSAG genannten Frist (3 Jahre zur anschließenden Verwertung und 1 Jahr zur anschließenden Beseitigung) niemals der Beitragspflicht nach dem AlSAG unterliegen.

Aufgrund dieses Urteils bleibt dennoch die unzulässige Lagerung (z.B. aufgrund fehlender Genehmigungen) strafbar, dies jedoch nach den verwaltungsstrafrechtlichen Bestimmungen des AWG oder der Gewerbeordnung oder eventuell anderer betroffener Materien, eine Beitragspflicht nach AlSAG wäre demnach jedoch nicht mehr gegeben.

Demnach ist es für die Beurteilung nach AlSAG gleichgültig, ob die Lagerung als „zulässig“ innerhalb der oben genannten Fristen eingestuft wird, oder irgendwelche Auflagen aus Bescheiden nicht eingehalten wurden.

Bisher geleistete AlSAG-Beiträge, die aus der Begründung der „unzulässigen Lagerung“ oder aufgrund von Verstößen gegen Bescheidauflagen von den Zollämtern vorgeschrieben wurden oder freiwillig geleistet wurden, könnten unter bestimmten Voraussetzungen rückgefordert werden.

1.3 BMNT-Information zur Umsetzung der BVT-Schlussfolgerungen für die Abfallbehandlung

Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus sandte Mitte April an die Ämter der Landesregierung eine Information zur Umsetzung der BVT-Schlussfolgerungen für die Abfallbehandlung. Dabei werden spezifische Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit den vorliegenden besten verfügbaren Techniken für die Abfallbehandlung ergeben, behandelt:

  • Festlegungen von Grenzwerten
  • Messunsicherheit
  • Abgasreinigungsanlagen

Darüber hinaus wird zu spezifischen BVT-Nummern (1, 3, 8, 10, 12, 14 und 20) ein Kommentar abgegeben.

Das Dokument kann beim BRV angefordert werden.

 

  1. EU und Ausland

2.1 EQAR: internationales Recycling-Treffen in Wien

Die European Quality Association for Recycling (EQAR) hielt Ende April ihre Mitgliederversammlung sowie den technischen Ausschuss in Wien auf Einladung des BRV ab.

Der Österreichische Güteschutzverband Recycling-Baustoffe ist offiziell Mitglied der europäischen Vereinigung, die Vertreter aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, England, Irland, Tschechien, Italien und weiteren Länder umfasst. Hauptthemen der beiden Sitzungen der EQAR waren der nächste europäische Baustoff-Recycling-Kongress, welcher voraussichtlich im Frühjahr 2020 in Berlin stattfinden wird, der dänische Antrag bei CEN zur Schaffung eines neuen Komitees für Baustoff-Recycling sowie die Forcierung des Einsatzes von Recycling-Baustoffen in der öffentlichen Beschaffung.

2.2 Vorschlag CEN-Komitee „Kreislaufwirtschaft im Bausektor“

Das dänische Normungsinstitut hat beim Europäischen Komitee für Normung CEN einen Antrag zur Gründung eines Komitees zum Thema „Kreislaufwirtschaft im Bausektor“ gestellt.

Das technische Komitee soll für die Entwicklung freiwilliger Standards für die Kreislaufwirtschaft im Bausektor verantwortlich sein. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Standards zu entwickeln, um die Kreislaufwirtschaft in der Wertschöpfungskette des Bausektors zu fördern. Dabei sollen folgende Bereiche unterstützt werden:

  • Begriffe und Rahmenbedingungen
  • Ressourcen-Kartierung von Gebäuden und Werken
  • Selektiver Abbruch von Gebäuden und Werken
  • Methoden für Registrierung von Informationen und Standort von Materialien
  • Abfallbewirtschaftung während des Bauprozesses
  • Methoden zur Qualitätssicherung, Prüfung und Klassifizierung von Recycling-Material

Bestehende technische Komitees (zum Beispiel Ökodesign oder Ökobilanz oder gefährliche Stoffe in Bauprodukten) sollen dabei nicht berührt werden.

Der CEN-Antrag kann bei der Geschäftsstelle angefordert werden.

  1. Veranstaltungen

3.1 Erfahrungsaustausch EDM und Recycling-Baustoffe

Am 14. Mai 2019 veranstaltet der BRV in Wien einen Erfahrungsaustausch zum elektronischen Datenmanagement für Recyclingbetriebe. Dieser bietet allen Betroffenen die Möglichkeit, mit Repräsentanten aus Bauwirtschaft, Administration, Aufbereiter und Prüfanstalten in Kontakt zu treten. Impulsreferate gehen auf Aktuelles ein. Als Diskutanten stehen Vertreter des Landes Salzburg, von Recyclingbetrieben sowie von Software-Anbietern zur Verfügung. Im Anschluss findet ein gemütlicher Ausklang mit Wein und Fingerfood statt, bei dem ein weiterer Austausch unter den Teilnehmern stattfinden kann.

Anmeldungen bitte mittels beiliegenden Folders.

3.2 Umgang mit (kontaminiertem) Aushub – neu ab 2018

Die Österreichische Forschungsgesellschaft Straße – Schiene – Verkehr veranstaltet in Kooperation mit dem Österreichischen Baustoff-Recycling Verband am 20. Mai ein Tagesseminar, welches sich dem Aushub widmet. Dabei werden neben rechtlichen Aspekten die Technik sowie auch die Ausschreibung behandelt.

Insbesondere wird in dem Seminar die Ausschreibungspraxis der neuen LB-VI 05 (Ausgabe 2018) sowie das neue Merkblatt Wiederverwendung und Verwertung von Bodenaushub-material des Baustoff-Recycling Verbandes vorgestellt. Weiters wird auf die RVS für Erdarbeiten im Detail eingegangen.

Anmeldungen können direkt bei der FSV, www.fsv.at erfolgen.

3.3 Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen

In Leoben/Steiermark findet am 21. Mai ein Seminar zur richtigen Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen statt.

Neben einer rechtlichen Einführung wird im Detail das neue BRV-Merkblatt über die Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen vorgestellt. Dabei werden die Themen Lagerung auf Baustellen, bei Recycling-Anlagen oder sonstigen Zwischenlagerplätzen angesprochen und erläutert.

Anmeldungen bitte mittels beiliegenden Anmeldeformulars.

  1. Wissenswertes

4.1 Neue Publikation Baustoff-Recycling

Im Springer-Vieweg-Verlag erschien das Buch „Baustoff-Recycling: Entstehung – Aufbereitung – Verwertung“ (Auflage 2018) von Anette Müller.

Das Buch behandelt in 10 Kapiteln auf 325 Seiten das Thema. Neben den rechtlichen Regelungen, die sich ausschließlich auf deutsches und europäisches Recht beziehen, wird auf die Verwertung von Ausbauasphalt, Betonbruch, Mauerwerksabbruch sowie weitere Abfallarten (Gleisschotter, Glas, Gips, …) eingegangen.

Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel das neue Entwicklungen in der Aufbereitungs-technik präsentiert und die Potentiale von Bauabfällen aus Rohstoffquelle analysiert.