Mitgliederinformation 10/2026

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder!

Wir übersenden Ihnen die Mitgliederinformation 10/2026 mit der Auswertung der BRV-Mitgliederumfrage – Details entnehmen Sie bitte der Beilage.
Auch beim Thema Asbest im Bereich der Abfallbehandlung wird aktiv gearbeitet:

Das ASI (Normungsinstitut) hat eine neue Arbeitsgruppe unter der (voraussichtlichen) Leitung von Frau Dr. Jutta Kraus, BMLUK eingerichtet. Der BRV arbeitet von Anfang an natürlich aktiv mit. Weiters ist der BRV mit BRV-Präsident Thomas Kasper auch Teil des ÖBV-Arbeitskreises “Geogenbedingter Asbest in Straßenbaustoffen”.

Melden Sie sich und Ihre MitarbeiterInnen zu den nächsten Veranstaltungen des BRV an:

Ausbildungskurs Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person (Wien)

Seminar „Abfallrecht am Bau von A-Z“ (Wien)


MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 10/2026

1. Technische Angelegenheiten

1.1 ÖNORM B 3148 „Hinterfüllung von Arbeitsräumen mit selbstverdichtendem Material (SVM) – Anforderungen“ im Entwurf überarbeitet

Der Entwurf der ÖNORM B 3148 „Hinterfüllung von Arbeitsräumen mit selbstverdichtendem Material“ wurde kürzlich im ASI fertiggestellt und dem Komitee zur öffentlichen Begutachtung weitergeleitet. Diese wird im Spätsommer stattfinden.

Mit der Auflage der ÖNORM ist frühestens Anfang 2027 zu rechnen.

1.2 Gründung der Arbeitsgruppe „Prüfung und Bewertung von Asbest“

Wie im letzten Rundschreiben angekündigt, ist es im Interesse aller Beteiligten, das Thema Asbest so zu bearbeiten, dass einheitliche Grundlagen bei der Prüfung und Beurteilung vorliegen.

Bis 12. August ist die Gründung der Arbeitsgruppe „Prüfung und Bewertung von Asbest“ im ASI in Abstimmung. Die Leitung dieser Gruppe soll Frau Dr. Jutta Kraus aus der Umweltsektion des Ministeriums übernehmen.

Der Ausschuss soll seine Tätigkeit Anfang September aufnehmen.

2.Verbandsangelegenheiten

2.1 BRV-Mitgliederbefragung: Das erwartet sich die Recycling-Wirtschaft

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband frägt Anfang jedes Jahres seine Mitglieder über deren Umsätze und Erwartungen für die Zukunft. Diese seit Jahrzehnten in anonymisierter Form geführte Statistik bringt weit vor der Veröffentlichung offizieller statistischer Daten im Rahmen des Bundes-Abfallwirtschaftsplans eine gute Darstellung der Recycling-Wirtschaft im Bauwesen und gibt eine realistische Prognose der erwarteten Entwicklung.

Die Daten für 2025 lassen einen Rückgang gegenüber 2024 erkennen: Ein Rückgang von 12% ist unerwartet hoch, nurmehr 7,5 Mio. Tonnen an produzierten Recycling-Baustoffen werden für Gesamtösterreich errechnet – dies entspricht einem Stand von 2017! Der Rückgang ist insbesondere auf Asphaltgranulat zurückzuführen, welcher über 26% gegenüber dem Vorjahr beträgt (Anm.: Das Ausmaß der aktuellen „Asbestproblematik“ war zum Umfragezeitpunkt noch nicht absehbar.) Im Verhältnis dazu ist der Rückgang bei der RB-Produktion von 4% eher gering. Da die Schwankungsbreite bei Rezykliertem Gestein relativ hoch ist, ist der Rückgang um 40,5% nicht aussagekräftig genug, lässt aber jedenfalls – trotz der neuen Möglichkeiten im BAWP 2023 und der 2024 ausgearbeiteten ÖNORM B 3141 – einen besorgniserregenden Rückgang erkennen.

2025 wurde folgende Verteilung der Recycling-Baustoffe erzielt:
35,1% Betongranulat
33,8% Min. Hochbaurestmassen
14,7% Asphaltgranulat
5,9% Rezykliertes Gestein
2,1% Rezykliertes Mischgranulat
1,2% aufbereitete Baustellenabfälle
7,1% Sonstiges (z.B.: aufbereitete Böden)

Für heuer, 2026, wird ein geringfügiger, weiterer Rückgang erwartet: Dieser ist vorwiegend durch die geringere Aufbereitung mineralischen Bauschutts (-4%) und durch eine weitere Abnahme bei der Aufbereitung Rezyklierten Gesteins verursacht. Insgesamt wird für 2026 eine Rezession im Ausmaß von 3,4% prognostiziert!

Im Detail gaben die BRV-Betriebe bekannt, dass nur jeder dritte Betrieb über ausreichend Anlieferungsmaterial aus dem Tiefbau (Beton, Asphalt, rezykliertes Gestein) verfügt – 24% könnten mehr verarbeiten, als sie angeliefert bekommen. Bei Hochbaumaterial hält sich die Waage zwischen den Betrieben, die mehr Massen annehmen wollen gegenüber jenen, die über genug Anlieferungsmaterial verfügen.

Rund 33% können sich über den Absatz von Asphalt und Beton zu Jahresbeginn 26 nicht beklagen – fast ebenso viele bleiben auf diesen Materialien sitzen. Weiterhin problematisch ist die Situation bei Hochbaurestmassen: 81% aller Mitglieder bemängeln den zu geringen Absatz an aufbereiteten Hochbaurestmassen.

Ein Drittel aller Mitglieder sieht keinen Anstieg beim Recycling-Baustoff-Absatz im heurigen Jahr. Auch das Gütezeichen für Recycling-Baustoffe erscheint 44% wenig Hoffnung zu geben – nur 12,5% erwarten sich eine höhere Bedeutung für dieses Qualitätssiegel. Dennoch möchten ca. 10% der Mitglieder noch heuer eine mobile Recycling-Anlage dem Güteschutz zuführen.

Weiterhin wird der Vollzug bestehender Gesetze bemängelt – allerdings weniger als in den Vorjahren: 44% sehen im Vollzug noch viele Verbesserungsmöglichkeiten, 53% stehen zu dem Thema neutral.

Die Beurteilung der Recycling-Börse Bau/RPB erfolgt neutral – 62% erkennen darin eine geringe Wichtigkeit, 40% sehen darin eine wichtige Informationsquelle. (Anm.: Mit der Überarbeitung und Neuorganisation der RPB wurde erst nach dem Umfragezeitpunkt begonnen.)
Zur Novelle der Recycling-Baustoffverordnung gibt es gleich viele Betriebe, die diese fordern, wie jene, die davon nichts halten.

Als wichtig empfinden die BRV-Mitglieder die Aktuellhaltung der Richtlinie(n) für Recycling-Baustoffe und das Abhalten von Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit des BRV. Auch die Information der Betroffenen steht hoch auf der Forderungsliste der Mitglieder.

Die Anlagenauslastung lag 2025 bei 55%. Die finanzielle Umsatzsteigerung wird auf 3% für 2026 eingeschätzt. Im Durchschnitt investiert jeder BRV-Betrieb rund 156.000,– € in seine Anlage. Durchschnittlich 9 Personen arbeiten in einer Recycling-Baustoff-Behandlungsanlage.

2.2 Assistenz der BRV-Geschäftsstelle gesucht
Als Nachfolge unserer langjährigen Mitarbeiterin, die im nächsten Jahr ihren Ruhestand antreten wird, suchen wir zur Verstärkung unseres Teams in der neuen BRV-Geschäftsstelle ab Oktober 2026 eine engagierte Persönlichkeit als Assistenz der Geschäftsführung (30 Wochen-stunden, Gleitzeit):

Ihre Aufgaben – vielfältig & verantwortungsbewusst:

  • Executive Assistance: umfassende Unterstützung der Geschäftsführung (Terminmanagement, Reiseplanung, Vorbereitung von Sitzungen wie AGs, Vorstand und Mitgliederversammlungen) In Abwesenheit der Geschäftsführung handeln Sie eigenverantwortlich und übernehmen operative sowie kleinere strategische Aufgaben innerhalb Ihres Entscheidungsspielraums.
  • Sekretariat & Verwaltung: Operative Abwicklung aller administrativen Agenden
  • Mitglieder-Management: Kompetente erste Anlaufstelle für unsere Mitglieder
  • Finanzwesen: Kassaführung, Fakturierung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sowie Unterstützung beim Jahresabschluss und Jahresbericht

Ihr Profil – Was Sie mitbringen:

  • Ausbildung: Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung (HAK, HLTW/VEM) mit Matura
  • Erfahrung: Mehrjährige Praxis in der Assistenz; Erfahrung in der Verbandsarbeit ist ein großes Plus.
  • Skills: Perfektes Deutsch in Wort und Schrift sowie sicherer Umgang mit MS Office (inkl. Excel, MS-Teams); idealerweise bringen Sie Grundkenntnisse in Adobe InDesign mit.
  • Persönlichkeit: Sie sind ein Organisationstalent mit „Hands-on-Mentalität“, kommunikations-stark und behalten auch in stressigen Zeiten den Überblick.
  • Einstellung: Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Zuverlässigkeit und eine präzise Arbeitsweise zeichnen Sie aus.

Unser Angebot – Mehr als nur ein Job:

  • Arbeitsumfeld: Ein spannendes Aufgabengebiet in einer zukunftsorientierten NGO mit wertschätzendem Betriebsklima
  • Infrastruktur: Arbeiten in modernen Büroräumlichkeiten mit bester öffentlicher Anbindung
  • Onboarding: Wir bieten eine umfassende Einschulung, um Ihnen den perfekten Start zu ermöglichen (inkl. Schnuppertage).
  • Flexibilität: Gleitzeitmodell

Der Dienstbeginn ist ab Oktober 26 vorgesehen.
Bei Interesse bitten wir um Bewerbungen bis 21. August an brv@brv.at.

3. Veranstaltungen

4.1. BRV-Ausbildungskurse Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person (Wien)

Die Recycling-Baustoffverordnung sieht eine verantwortliche Person rechtlich zwingend vor: Die „Rückbaukundige Person“ hat bei kleineren und mittleren Bauvorhaben im Auftrag des Bauherrn eine Schad- und Störstofferkundung durchzuführen, eine Objektbeschreibung zu erstellen und ist auch für eine schriftliche Rückbaudokumentation verantwortlich.
Der BRV bietet an folgenden Terminen einen speziell für den Abbruch zusammengestellten Ausbildungskurs an, bei dem Vertreter der Behörde, der Prüfanstalten und der Bauwirtschaft notwendiges Wissen über Umweltrecht, Bauchemie, Abbruch und Verwertung vortragen:

  • 15. bis 17. September 2026 in Wien 
  • 24. bis 26. November 2026 in Wien

Nach erfolgreichem Besuch der Veranstaltung und unter der Voraussetzung einer bau-technischen oder chemischen Ausbildung kann ein Antrag auf Aufnahme in die Liste der Rückbaukundigen Personen, die der BRV für die Allgemeinheit zur Verfügung stellt, mittels Antragsformular (siehe BRV-Website) gestellt werden.

Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programm oder dem Link: Folder Abbruchkurs_2026.pdf

3.2. BRV-Seminar „Abfallrecht am Bau von A – Z“
Am 17. November 2026 veranstaltet der BRV in Wien das nächste Seminar „Abfallrecht am Bau von A-Z, Von Abfallbegriff über Erlaubnis und Sammlung bis Verbringung“. Das Seminar gibt einen fundierten Ein- und Überblick in das Abfallwirtschaftsrecht und behandelt rechtliche Vorgaben und Lösungsvorschläge für komplexe Situationen anhand von Beispielen aus der Praxis und Fragen seitens der Seminarteilnehmer.

Für weitere Details und Anmeldungen nützen Sie bitte den beiliegenden Seminarfolder.

Beilagen

  • Folder „Ausbildungskurs Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person
  • Folder „Abfallrecht am Bau von A – Z“