Mitgliederinformation 8/2020 – “BRV-Umfrage”

Sehr geehrte Damen und Herren!

der Österreichische Baustoff-Recycling Verband übersendet Ihnen im beiliegenden Mitglieder-rundschreiben Nr. 8/2020 eine Auswertung der Fragebögen, die im Frühjahr seitens der Mitgliedsbetriebe beantwortet wurden.

Insgesamt zeigt die Umfrage eine positive Entwicklung des Baustoff-Recyclings im vergangenen Jahr – mit einem Abschwung für 2020, der durch die COVID-19-Krise verstärkt werden wird.

Unsere nächsten beiden Veranstaltungen:

– 30.06.    Webseminar: „Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle“

– 07.07.   Die richtige Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen (Leoben)

Weitergehende Informationen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Rundschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 08/2020

  1. EU und Ausland

1.1. Überarbeitung Bauproduktenverordnung

In der Europäischen Kommission wird derzeit unter der Leitung der zuständigen Abteilung (GROW.DDG1) über die mögliche Änderung der Bauproduktenverordnung (CPR) diskutiert.

In den nächsten Wochen möchte die EK über Optionen für eine künftige Regelung mit möglichst vielen Stakeholdern einen Austausch organisieren. Bis 31. August 2020 läuft noch eine breit angelegte Konsultation und man möchte 2021 einen offenen Dialog zur Änderung der Bauproduktenverordnung führen. Dabei ist das für die Recyclingwirtschaft wichtige Thema (Grundanforderung Nr. 7, nachhaltige Verwendung der natürlichen Ressourcen) eine horizontale Frage, die man eventuell auch in einer von der deutschen Ratspräsidentschaft im November geplanten hochrangigen Konferenz behandeln könnte.

Ein Grundproblem ist weiterhin die Frage der Normierung auf europäischer Ebene (CEN). Seit geraumer Zeit gebe es einen Stillstand zwischen der Europäischen Kommission und CEN, man prüfe weiterhin die harmonisierten Normen (hEN), ob diese im Amtsblatt der Europäischen Kommission referenziert werden können; es gebe derzeit aber rechtliche Hürden, diese im Amtsblatt zu zitieren. Aus diesem Grunde sind zig schon fertige CEN-Normen derzeit nicht im Amtsblatt veröffentlicht. Seitens der Referatsleiterin für Circular Economy and Construction wurde Mitte Juni jedoch festgehalten, dass sehr wohl harmonisierte europäische Normen, die den Anforderungen entsprechen, im Amtsblatt zitiert würden, es gebe keinen prinzipiellen Amtsblattzitierungsstopp. Allerdings sind viele vorliegende europäische Normen nicht den Anforderungen entsprechend.

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband bemüht sich, zum Thema Grundanforderung Nr. 7 sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene entsprechend Anregungen zu geben. Derzeit gibt es dazu weder eine OIB-Richtlinie in Österreich, noch Umsetzungspapiere in anderen europäischen Ländern.

  1. Verbandsangelegenheiten

2.1 Mitglieder-Anlagenverzeichnis

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband legt in regelmäßigen Abständen ein Anlagenverzeichnis der Baustoff-Recycling-Anlagen in Österreich auf. Dieses enthält auch das BRV-Mitgliederverzeichnis sowie eine Auflistung jener Unternehmen, die die Annahme- und Abgabepreise beim BRV bekanntgeben.

Diese wertvolle Publikation wird bei Messen (BRV-Jubiläumskongress, FSV-Verkehrstag, Städtetag, Kommunalmesse), bei allen BRV-Seminaren und im Rahmen weiterer Veranstaltungen (z.B.: Vorlesungen auf Universitäten) aufgelegt.

Diese Broschüre kann im Internet unter dem Link http://brv.at/recycling-anlagen/ eingesehen werden.

Sie erhalten die gedruckte Version mit getrenntem Rundschreiben im Laufe der kommenden Woche.

2.2 BRV-Mitgliederbefragung 2020

Im Jänner sendete der BRV an die Mitglieder einen Fragebogen aus, der es erlaubt, über nun mehr als 25 Jahre einen Überblick über die Baustoff-Recycling-Aktivitäten zu geben.

Über 70 % der Mitglieder sandten den Fragebogen ausgefüllt zurück – ein herzliches Dankeschön dafür (Anmerkung: Sollten Sie einen Fragebogen noch zusenden wollen, werden wir diesen gerne noch der statistischen Auswertung beilegen.)

Laut Angaben der Mitgliedsbetriebe verlief das Jahr 2019 relativ gut: Zwei Drittel aller Betriebe verfügten über ausreichend Anlieferungsmaterial (Tiefbau: 64,4 %, Hochbau: 70,5 %) und konnten diese im Tiefbaubereich auch entsprechend absetzen (65,1 % hatten eine ausreichend große Nachfrage.) Im Hochbaubereich jedoch ist weiterhin das Angebot größer als die Nachfrage (73,7 %). Der Ausblick auf 2020 ist – auch schon vor der Corona-Krise – ambivalent.

Der Güteschutz für Recycling-Baustoffe hat weiterhin große Bedeutung: Für 35,5 % steigt die Wichtigkeit in Zukunft, für 29 % ist sie gleich wichtig, wie bisher. Das Gütezeichen für mobile Anlagen wird von einem Drittel der Mitglieder für wichtig erachtet, ein weiteres Drittel hält sich dazu neutral.

Hinsichtlich der für den Recyclingbereich wichtigen Frage nach dem ausreichenden Vollzug bestehender Gesetze geben 18,7 % an, dass sich dieser im letzten Jahr verbesserte, etwa die Hälfte der Betriebe sieht die Situation unverändert.

Zum Thema Recycling-Baustoffverordnung wünscht sich ein Drittel der Mitglieder eine Novellierung, während der überwiegende Teil mit den bestehenden Regelungen einverstanden ist.

Die Informationsquelle „Recycling-Börse-Bau“ wird von zwei Drittel der Betriebe nicht als wichtig eingestuft, 15,5 % begrüßen diese jedoch als bedeutend.

Hinsichtlich der neu erschienenen BRV-Richtlinie „Recycling-Baustoffe Aushub-materialien“ gibt ein Drittel der Betriebe an, im Jahr 2020 Produkte nach dieser herzustellen. Die Hälfte der BRV-Mitglieder möchte diese Produkte jedoch nicht in ihr Produktprogramm aufnehmen.

Hinsichtlich der Tätigkeit des BRV wird von den Mitgliedern besonders die Information des Verbandes an die Betroffenen (Bauherren, ausschreibende Stellen, Kommunen, Bauunternehmen, Länder) sowie die Aktuellhaltung und Herausgabe der Richtlinie für Recycling-Baustoffe als Handbuch und Zusammenfassung geschätzt. Auch die Innenwirkung (Mitgliederinformation, Betreuung) des BRV wird sehr positiv gewürdigt. Weiters gibt es eine sehr hohe Wertschätzung der Mitgliedsunternehmen betreffend der Tätigkeit des BRV im Hinblick auf die Auswirkung auf die Baubranche. Im gleich hohen Ausmaß wird gewünscht, dass der Vollzug bestehender Gesetze (insbesondere AlSAG, RBV, BAWP) forciert wird.

Die Veranstaltungs- und Öffentlichkeitsarbeit des BRV wird insgesamt mit der Note „Gut“ beurteilt. Der Bedarf an weiteren Arbeitskreisen wird als weniger notwendig erachtet, wenn, dann zur Verwendung der Feinfraktion bzw. der Einsatzmöglichkeiten von RMH. Ebenso mit weniger Brisanz wird eine Verhandlung der Recycling-Baustoffverordnung bezüglich Novellierung gesehen.

Zu den wirtschaftlichen Daten gaben die Betriebe an, eine Anlagenauslastung von 55 % der theoretisch möglichen Jahreskapazität zu erreichen. Der Jahresumsatz betrug im Schnitt 530.000,– Euro, eine Umsatzsteigerung (vor COVID-19) für 2020 wurde mit 4 % erwartet. Die Ersatz-/Neuinvestitionen betrugen im vergangenen Jahr durchschnittlich 230.000,– Euro. Durchschnittlich 5 Personen werden pro Baustoff-Recycling-Anlage beschäftigt.

Hinsichtlich der Produktion konnte ein markanter Anstieg bei Beton festgestellt werden, während die Produktion von RMH stagnierte. Auch rezykliertes Gestein nimmt an Bedeutung zu (siehe Grafik).

Im Detail: Die drei bedeutendsten Materialien Recycling-Beton (3,4 Mio. t), RM/RMH (2,5 Mio. t) und RA (1,7 Mio. t) ersetzen somit ca. 7,6 Mio. Tonnen Primärbaustoffe. Die Produktion von RG nahm sprunghaft zu und liegt bei 750.000 Tonnen im Jahr 2019 (+55 %).

Sehr gute Steigerungsraten weist Betongranulat auf (+14 %), gute Werte auch der Asphaltbereich (+9,3 %). Die Produktion von RM/RMH stagnierte jedoch (-4 %). Die Prognose für 2020, die in den Monaten Februar bis Mitte März abgegeben wurde, ist zu relativieren: Vor der Corona-Krise wurde für 2020 insgesamt ein Abschwung von 7,5 % befürchtet; dieser wird nun stärker ausfallen. Die Produktion könnte damit unter jene Werte fallen, die 2018 erreicht wurden.

Insgesamt kann damit für 2019 von einem Spitzenwert für das Baustoff-Recycling ausgegangen werden. Die Prognose (vor COVID-19) ließ für 2020 einen leichten Abschwung vermuten – der wird nun aufgrund der zu erwartenden schlechteren Bausaison im laufenden Jahr stärker als vorausgesagt eintreten.

3.Veranstaltungen

3.1 BRV-Webseminar: „Erkennen von Schadstoffen bei Abbrucharbeiten und Eingangskontrolle“

Der BRV hält am 30. Juni 2020 ein videobasiertes Seminar zum Thema Erkennen von Schadstoffen ab. Dieses Seminar richtet sich an Abbruchunternehmer, Vertreter von Recycling-Unternehmen aber auch an Bauherren und Behörden. Typische Schadstoffe im Bauwerk, richtige Schad- und Störstofferkennung sowie rechtliche Grundlagen zu gefährlichen Abfällen werden erläutert.

Die ordnungsgemäße und richtige Entfernung und Behandlung werden vorgestellt, die entsprechende Dokumentation ebenso.

Bitte melden Sie sich rechtzeitig für dieses Webseminar mittels beiliegenden Anmeldeformulars an.

3.2 Seminar „Zwischenlagerung für Bodenaushub und Baurestmassen“, Leoben

Am 7. Juli 2020 findet in der Steiermark (Leoben) das BRV-Seminar zur richtigen Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen statt.

Ziel ist es, die rechtlichen und technischen Anforderungen an die Zwischenlagerung von Bodenaushub und Baurestmassen darzulegen. Der bundeseinheitliche, praxisgerechte Standard wird durch das BRV-Merkblatt „Zwischenlager für Baurestmassen“ dargestellt. Dieses wird im Rahmen des Seminars vorgestellt und erläutert. Sowohl auf Baustellen, wie am Bauhof oder bei Recycling-Anlagen sollen Baurestmassen rechtskonform zwischengelagert werden.

Melden Sie sich für dieses Seminar, welches am 7.7.2020 in Leoben abgehalten wird, rechtzeitig mittels beiliegenden Anmeldeformulars an.