Mitgliederinformation 14/2019 – Ergebnisse (Vor)absiebmaterial

Sehr geehrte Damen und Herren!

der Österreichische Baustoff-Recycling Verband freut sich, Ihnen mit diesem Rundschreiben eine Zusammenfassung der Ergebnisse zu der vom BRV veranlassten Untersuchung von (Vor)absiebmaterial bekannt geben zu können.

Wir bedanken uns gleichzeitig bei den vielen Mitgliedsbetrieben, die durch Zurverfügungstellen von Proben die Analysen ermöglichten. Das Ergebnis zeigt, dass die Materialien von ausreichend guter Qualität sind und damit unser Anliegen, dass derartige Materialien nicht chemisch analysiert werden müssen, unterstützt wird.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Mitgliederrundschreiben.


Unsere nächsten Veranstaltungen:

  • Was tun mit Aushub?

Termin: 03.10.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft

Termin: 03.10.2019, ½ Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

  • Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen

Termin: 24.10.2019, 1 Kurstag,
Veranstaltungsort: 1040 Wien, Karlsgasse 5, BRV

Mit freundlichen Grüßen

ÖSTERREICHISCHER BAUSTOFF-RECYCLING VERBAND

Der Geschäftsführer
Dipl.-Ing. Martin Car



MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 14/2019

  1. Rechtsangelegenheiten

1.1. AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019 – Klarstellung zu Rundschreiben Nr. 12

Die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle 2019 wurde am 31. Juli mit Bundesgesetzblatt I Nr. 71/2019 veröffentlicht. Mit Rundschreiben Nr. 11/2019 haben wir über die Novelle vorinformiert, mit Rundschreiben 12/2019 wurde eine kurze Zusammenstellung wichtiger Änderungen dargelegt.

Erfreulicherweise wurde seitens des BMNT auch diese Information wahrgenommen, wobei das BMNT um folgende 2 Klarstellungen ersucht:

  1. Zum Thema Maschinentausch stellt das BMNT fest: Beim Ersatz von Maschinen, Geräten oder Ausstattung einer genehmigten Anlage durch in den Auswirkungen gleichartiger Maschinen, Geräte oder Ausstattungen, handelt es sich um eine (emissionsneutrale) Änderung der Anlage. Diese ist – seit der AWG-Rechtsbereinigungsnovelle – vom § 37 Abs. 4 Ziff. 9 umfasst und damit – wie bisher – anzeigepflichtig. Die durch die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle geänderten Gesetzestexte bedeuten nicht, dass die von der Ziffer 3 umfassten Sachverhalte keiner Anzeigenpflicht mehr unterliegen: Die Anzeige hat aufgrund der Grundlage der Ziffer 9 nunmehr zu erfolgen.
  1. Hinsichtlich des zusammenfassenden Hinweises zur neuen Rechtssituation von Abbruch- und Erdbewegungsunternehmen im Rundschreiben Nr. 12, legt das BMNT Wert darauf, dass die genannten Unternehmungen der neuen Ausnahme nur dann unterliegen, wenn ihre (gesamte!) wirtschaftliche Tätigkeit nicht auf die Abfallsammlung oder –behandlung gerichtet ist. Damit ist beispielsweise ein Abbruchunternehmen, welches auch eine Deponie betreibt oder ein Erdbewegungsunternehmen, das Recycling-Baustoffe herstellt und deren Tätigkeit daher auf die Sammlung von Abfällen gerichtet ist, weiterhin verpflichtet, für seine gesamte Tätigkeit (d.h. auch für eine allfällige Sammlung anderer Abfälle seiner Auftraggeber) eine Erlaubnis im Sinne des AWG innezuhaben.

Diese Anmerkungen werden auch in der elektronischen Version des Rundschreibens Nr. 12, welches Sie im BRV-INTERN gerne abrufen können, nachträglich berücksichtigt.

 

  1. Technische Angelegenheiten

2.1  BRV-Untersuchung von (Vor)Absiebmaterialien aus der Produktion von Recycling-Baustoffen

Der BRV beauftragte eine Untersuchung von Absiebmaterialien hinsichtlich der Beurteilung der Umweltverträglichkeit. Mitgliedsunternehmen des BRV erklärten sich bereit, dazu Probematerial zu Verfügung zu stellen. Die Untersuchung fand im Zeitraum Jänner – Juni 2019 durch UWIS Ingenieurbüro Stanek KG statt.

Die chemische Analytik wurde von der akkreditierten Prüfstelle der PORR Unwelttechnik GmbH – Umweltlabor sowie Eurofins-Labor, die Bautechnik durch die akkreditierte Prüfstelle Bautech Labor GmbH sowie Eurofins-Labor  durchgeführt.

Obwohl die Deponieverordnung (DVO) i.S. des Anhang 2 festlegt, dass in Baurestmassen- und Massenabfalldeponien auch der Liste II gleichartige Abfälle aus der Produktion von Baustoffen OHNE analytische Untersuchungen für die grundlegende Charakterisierung angenommen und abgelagert werden können, wurde in den aktuellen Erläuterungen zur Recycling-Baustoffverordnung (RBV) konkretisiert: „Nicht verwertbare Rückstände sind gemäß DVO 2008 zu untersuchen und in Abhängigkeit der Untersuchungsergebnisse auf einer entsprechenden Deponie abzulagern.“

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband (BRV) sowie der Österreichische Güteschutz-verband Recycling-Baustoffe haben sich daher entschlossen, beginnend mit der aktuellen Produktionsperiode 2019, eine Untersuchung darüber durchzuführen, welche Inhaltsstoffe in abgesiebten Fraktionen aus der Aufbereitung von gütegeschützten Recycling-Baustoffen (RB, RM, RMH) enthalten sind, wie diese Materialien bewertet und in Bezug auf die Grenzwerte der Deponieverordnung sowie der Recycling-Baustoffverordnung eingestuft werden können.

Im Rahmen der Studie wurden 18 Feldproben von 11 Unternehmen aus 5 Bundesländer (W, NÖ, OÖ, S, St) übernommen. Das Ausgangsmaterial vor Siebung war i.a. Bauschutt oder Bodenaushub mit Bauschutt, der erzeugte Recycling-Baustoff nach Siebung war RMH, RZ bzw. RM. Die chemische Untersuchung wurde gem. DVO 2008 Anhang 4 Teil 1 und 2 sowie gemäß RBV Anhang 2 Tabelle 1 durchgeführt. Weiters wurden bautechnische Untersuchungen hinsichtlich der Parameter FL, Rg+X und tw. Sieblinie bzw. Klassifizierung der Bestandteile durchgeführt.

Die Untersuchung nach RBV zeigte, dass ein Drittel (5) der Absiebmaterialien sogar der Qualitätsklasse U-A, 2 Proben der Klasse U-B und 11 Proben darüber hinaus gingen. Die Auswertung nach Deponieverordnung ergab, dass 2/3 aller Proben sofort auf eine Inertabfall- bzw. Baurestmassendeponie abgelagert werden dürften, 6 Proben aufgrund geringer Überschreitungen den Werten der Reststoffdeponie entsprachen. Ausschlaggebender Parameter dafür war fast immer Sulfat.

Zusammenfassung:

  • Die festgestellten Gehalte an Schwermetallen sind i.a. für die untersuchten Materialien nicht einstufungsrelevant, die Grenzwerte können mit hoher Wahrscheinlichkeit eingehalten werden.
  • Gesamtgehalte an PAK, Kohlenwasserstoffe sowie TOC: Im Allgemeinen können die aktuellen Grenzwerte von U-A und U-B sowie die der Inertabfall-/Baurestmassen-deponie eingehalten werden.
  • Eluatgehalte: Die Eluatparameter sind, mit Ausnahme von Nitrat, Nitrit, Ammonium, Sulfat und tlw. TOC, im Allgemeinen kaum einstufungsrelevant. Sulfat wurde wiederholt als wesentlicher, einstufungsrelevanter Parameter festgestellt. Dennoch liegen die Konzentrationen an Sulfat deutlich unter jenen Sulfatgehalten, die etwa in sortenreinem Gips (auch Mauersteine auf Gipsbasis, Gipskartonplatten, Stuckaturmaterial, …) erwartet werden können. Diese Materialien werden derzeit ebenso wie gleichartige Abfälle aus der Produktion von Baustoffen OHNE analyt. Untersuchungen auf einer Baurestmassendeponie abgelagert.
  • Verunreinigungen FL, Rg und X: Diese sind einstufungsrelevant nach RBV und unterstreichen, dass die Vorabsiebung zwecks Qualitätssteigerung notwendig ist: Die Mehrzahl der untersuchten Absiebmaterialien konnte die Grenzwerte der RBV nicht einhalten. Da diese Werte in der DVO nicht angeführt sind, sondern in Baurestmassen 10 Vol-% an Verunreinigungen enthalten sein können, wird dieser Wert eingehalten.

Anm.: Obige Aussagen sind eine verkürzte Darstellung des 44 Seiten (ohne Anhang) umfassenden Berichtes und stellen keinen Anspruch auf Vollständigkeit dar.

Die Detailanalyseergebnisse sind den jeweiligen mitwirkenden Mitgliedsbetrieben zugesendet worden.

Der BRV wird die Untersuchung zum Anlass nehmen, die durchwegs passablen Ergebnisse mit dem BMNT zu diskutieren und die Nichtnotwendigkeit einer chemischen Analyse von (Vor)Absiebmaterial verlangen, wenn dieses auf einer Baurestmassendeponie abgelagert wird. Wie erwähnt, ist auch aus der Textierung des Anhanges zur Deponieverordnung die Nichtnotwendigkeit der Analytik herauszulesen.

 

2.2  Leitfaden KMF-Abfälle

Das BMNT hat eine Handlungsanleitung zum Umgang mit Abfällen künstlicher Mineralfasern (KMF) aus dem Bauwesen für Bauherren, Bauunternehmen, Transportunternehmen sowie Sammler und Behandler von Abfällen veröffentlicht.

Beschrieben werden empfohlene Verhaltensweisen hinsichtlich Sammlung und Lagerung auf der Baustelle, beim Transport, der Zwischenlagerung und für die Entsorgung.

Der Leitfaden wurde in Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus mit den Bundesländern erstellt und kann unter folgendem Link https://www.bmnt.gv.at/umwelt/abfall-ressourcen/behandlung-verwertung/broschuere-kuenstliche-mineralfaserabfaelle.html heruntergeladen werden.

 

3. Veranstaltungen

3.1 BRV-Seminar „Was tun mit Aushub?“

Am 3. Oktober 2019 veranstaltet der BRV das Halbtagesseminar „Was tun mit Aushub?“, welches die Themen Bodenaushub, Tunnelausbruch und Gleisaushub behandelt. Das Seminar nimmt auch Bezug auf die neue Richtlinie für Recycling-Baustoffe aus Aushubmaterialien, wenn es um die Frage der Herstellung von Recycling-Baustoffen aus Aushüben geht. Darüber hinaus wird auch das Thema Aufbereitung von kontaminiertem Aushub angesprochen.

Wir würden uns freuen, Sie bei diesem Seminar begrüßen zu dürfen und ersuchen um Anmeldungen mittels beiliegenden Anmeldeabschnitts.

 

3.2 BRV-Seminar „Altlastenbeitrag für die Bau- und Recyclingwirtschaft“

Am 3. Oktober 2019 veranstaltet der BRV in Wien ein Seminar über den Altlastenbeitrag im Zusammenhang mit Recycling-Baustoffen. Ziel ist es, Informationen an Bauauftraggeber und Bauausführende sowie baurelevante Recycling-Wirtschaftstreibende über Neuerungen bei der Verpflichtung der Abfuhr des Altlastenbeitrages zu geben. Neben den schon bisher bestehenden Verpflichtungen wird insbesondere auf Neuerungen, die sich aus der ALSAG-Novelle 2017 ergaben, eingegangen. Damit werden auch die altlastenbeitragsrelevanten Regelungen des neuen Bundes-Abfallwirtschaftsplans angesprochen.

Bitte melden Sie sich mit beiliegendem Formular an.

 

3.3 Seminar „Rechtssicherer Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen“

Am 24. Oktober bietet der BRV in Wien ein Seminar über den rechtssicheren Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen an. Dieses Grundlagenseminar ist als Einstieg in das Thema Aushubmaterial und Baurestmassen auf der Baustelle gedacht. Es dient auch als Aktualisierung zu den BRV-Ausbildungskursen aus den letzten Jahren, die sich mit Abbrucharbeiten und der Recycling-Fachperson beschäftigten.

Ziel des Seminars ist die Vermittlung von rechtlichem Basiswissen und dem richtigen Umgang mit Aushubmaterialien und Baurestmassen (Zwischenlagerung, Verwertung, Deponierung inkl. der rechtskonformen Dokumentation).

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Folder.

 

3.4 Vorankündigung: BRV-Jubiläumsveranstaltung 2. April 2020

Der Österreichische Baustoff-Recycling Verband wurde vor 30 Jahren gegründet! Anlässlich dieses Jubiläums möchten wir Sie einladen, am 2. April 2020 dies im Rahmen eines Jubiläumskongresses zu feiern. Das Programm dieser Fachtagung erhalten Sie Ende November am Rundschreibenwege zugesandt.

Wir ersuchen Sie, diesen Termin im Kalender für diese Veranstaltung zu reservieren.