Mitgliederinformation 12/2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Mitglieder!
Wir übersenden Ihnen die Mitgliederinformation 12/2026 mit dem Schwerpunkt Statusbericht 2026 – Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft, der jährlich zum BAWP, herausgegeben vom BMLUK, erscheint.
Näheres entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Rundschreiben.
Bitte halten Sie sich den Termin 4. November 2026 für die kommende BRV-Jahrestagung in Wien frei. Highlights der BRV-Jahrestagung 2026 sind
- Neue AushubVO: Rechtssicherheit und Chancen für die Praxis
- Asbestproblematik: Aktueller Stand und Lösungsansätze
Melden Sie sich und Ihre MitarbeiterInnen zu den nächsten Veranstaltungen des BRV an:
Ausbildungskurs Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person (Wien)
Baustellenaushub – von der Ausschreibung über Charakterisierung bis Verwendung
BRV-Jahrestagung „Aktuelle Herausforderungen meistern – Zukunft gestalten“
Seminar „Abfallrecht am Bau von A-Z“ (Wien)

MITGLIEDERRUNDSCHREIBEN 12/2026
1. Technische Angelegenheiten
1.1 Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich: Statusbericht 2026
Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Sektion V, hat gerade die neue Auswertung der Daten des Jahres 2024 für die Abfallwirtschaft auf 270 Seiten veröffentlicht.
Die Geschäftsstelle des Österreichischen Baustoff-Recycling Verbandes fasst diesen Bericht für die Recycling-Wirtschaft im Bauwesen und damit für Sie zusammen. Sollten Sie detaillierte Daten benötigen, ersuchen wir Sie, diese direkt aus der Veröffentlichung des BMLUK zu beziehen, der Sie auch die Quellen der Daten entnehmen können. (Die Bestandsaufnahme der Abfallwirtschaft in Österreich – Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft)
Während der Bundes-Abfallwirtschaftsplan jeweils alle sechs Jahre veröffentlicht wird, zeigen die jährlichen Statusberichte Daten und Fakten zum Abfallaufkommen und zur Abfall-behandlung. Kapitel 3.1 bietet einen Überblick über sämtliche im Jahr 2024 in Österreich angefallenen Abfälle.
Das Gesamtabfallaufkommen lag im Jahr 2024 bei rund 67 Mio. t und setzte sich aus 63,4 Mio. t Primärabfällen sowie 3,6 Mio. t Sekundärabfällen zusammen. Letztere fallen bei der Behandlung von Primärabfällen an. Während die Abfälle ohne Aushubmaterialien gegenüber 1990 relativ stabil geblieben sind (+0,3 %), ist bei den Aushubmaterialien ein deutlicher Anstieg gegenüber 1990 zu verzeichnen (rund 151 %). Das Abfallaufkommen pro Kopf (ohne Aushubmaterialien) betrug im Jahr 2024 3.158 kg.

Die Aushubmaterialien verzeichnen im Vergleich zu 2020 einen Rückgang von rund 40,79 Mio. t auf rund 38,02 Mio. t, bzw. um -6,8 %. Das Aufkommen der Abfälle aus dem Bauwesen (Bau- und Abbruchabfälle) ist seit 2020 ebenfalls rückläufig (-3,3 %). Vergleichbare Entwicklungen zeigen auch die anderen Abfallsparten.
Damit ergibt sich folgende Zusammensetzung der Abfallgruppen (in %):

Die nicht gefährlichen mineralischen Bau- und Abbruchabfälle zeigen seit 2021 eine rückläufige Tendenz. Diese Entwicklung spiegelt die Rezession in der Bauwirtschaft der letzten Jahre wider:

Im Zeitraum 2020 bis 2024 ist ein Rückgang des Aufkommens an Aushubmaterialien um insgesamt rund 6,8 % zu verzeichnen:

Im Vergleich zu 2020 fielen im Jahr 2024 rund 11,6 % weniger Asbestabfälle an. Der Anteil der Asbestabfälle an den mineralischen Bau- und Abbruchabfällen schwankt um rund 0,7 %.
Im Jahr 2024 waren österreichweit rund 3.600 Anlagen zur Abfallverwertung und -beseitigung bzw. Vorbehandlung von Abfallströmen in Betrieb. Davon waren 173 stationäre und knapp 1.000 mobile Anlagen (Anm.: das UBA stellte die statistische Basis um, ein Vergleich mit Vorjahren ist damit nicht möglich) für die Behandlung von mineralischen Bau- und Abbruchabfällen. Weiterhin gibt es eine große Anzahl (1132) an Deponien.

Seitens der Geschäftsstelle wird – schon seit Jahren – diese Aufstellung hinsichtlich der Aussagekraft bemängelt (es kann nicht sein, dass das kleinere Bundesland Tirol die absolut meisten stationären Anlagen verzeichnet, während bspw. die bevölkerungsreichere Steiermark nur 1/5 an stationären Anlagen aufweist).
2024 wurden in stationären und mobilen Anlagen rund 12,97 Mio. t mineralische Bau- und Abbruchabfälle und Aushubmaterialien behandelt. Dabei wurden rund 8.663.000 t Recycling-Baustoffe gemäß Recycling-Baustoffverordnung erzeugt, wovon ca. 95% auf die höchste Qualitätsklasse U-A entfielen. Zusätzlich wurden rund 1.399.000 t Recycling-Baustoffe gemäß Bundes-Abfallwirtschaftsplan erzeugt.

Weitere massenmäßig relevante Outputmaterialien aus Behandlungsanlagen für mineralische Bau- und Abbruchabfälle:

In den Behandlungsanlagen für mit Schadstoffen verunreinigte Aushubmaterialien wurden im Jahr 2024 rund 255.000 t Abfälle behandelt.
2024 standen österreichweit 1.132 Deponien mit einer gesamten freien Restkapazität von etwa 183 Mio. m³ für die Ablagerung von Abfällen zur Verfügung, darunter 949 (84%) Bodenaushubdeponien.

Im Jahr 2024 wurden insgesamt rund 25,27 Mio. t Abfälle in Österreich deponiert. „Abfälle mineralischen Ursprungs“ (Abfallgruppe 31 der Abfallverzeichnisverordnung) stellten mit rund 24,8 Mio. t den weitaus größten Anteil der abgelagerten Abfälle dar.

Bau- und Abbruchabfälle:
Im Jahr 2024 fielen rund 11 Mio. t nicht gefährliche mineralische Bau- und Abbruchabfälle und Baustellenabfälle (kein Bauschutt) an. Diese Menge entspricht rund 1.200 kg pro Einwohner:in.

In den Behandlungsanlagen für mineralische Bau- und Abbruchabfälle wurden rund 8,7 Mio. t Recycling-Baustoffe gemäß Recycling-Baustoffverordnung hergestellt, wobei im untergeordneten Ausmaß auch Aushubmaterialien als Ausgangsmaterial eingesetzt wurden. Rund 996.000 t der Bau- und Abbruchabfälle wurden deponiert.
Aushubmaterialien:
Als Aufkommen von Aushubmaterial wurden folgende Gruppen ermittelt:
A2: 11,5 Mio. t
Kleinmengen: 9,4 Mio. t
BA: 7,6 Mio. t
A1: 3,2 Mio. t
A2-G: 2,0 Mio. t
Gemeinsam mit den weiteren Aushubmaterialien insgesamt 38 Mio. t.
Davon wurden 22,6 Mio. t deponiert (59,5%)!
Rund 4,2 Mio. t wurden in Behandlungsanlagen für mineralische Bau- und Abbruchabfälle und rund 0,2 Mio. t in andere Vorbehandlungsanlagen eingebracht. In den Behandlungsanlagen für mineralische Bau- und Abbruchabfälle wurden rund 1.399.000 t Aushubmaterialien zu Recycling-Baustoffen gemäß Bundes-Abfallwirtschaftsplan aufbereitet.
Rund 8.136.000 t wurden stofflich verwertet. Davon wurden rund 840.000 t zur Rekultivierung, rund 6,7 Mio. t zur Untergrundverfüllung und rund 576.000 t in Recyclinganlagen und Anlagen zur sonstigen Verwertung eingebracht. Rund 107.000 t Aushubmaterialien wurden zur stofflichen Verwertung exportiert.
Damit sieht (leider) das Stoffstrombild für Aushubmaterialien immer noch so aus:

Künstliche Mineralfasern: Im Jahr 2024 fielen insgesamt rund 16.270 t künstliche Mineralfaserabfälle an, wovon rund 82 % gefährliche Abfälle waren. (Anm.: Da gleichzeitig ca. 1,95 Mio. m³ Mineralwolle für Dämmzwecke verkauft wurden, entspricht grob gerechnet ca. 200.000 t, wird der Anfall an (ungefährlichen) KMF in den nächsten Jahren bedeutend steigen.) KMF wurden 2024 grundsätzlich deponiert.
Asbestabfälle nehmen weiter ab, im Jahre 2024 fielen 76.600 t an.
2.Verbandsangelegenheiten
2.1 Assistenz der BRV-Geschäftsstelle gesucht
Zur Verstärkung unseres Teams in der BRV-Geschäftsstelle suchen wir eine engagierte Persönlichkeit als Assistenz der Geschäftsführung (30 Wochenstunden, Gleitzeit).
Der Dienstbeginn ist ab Oktober 2026 vorgesehen.
Bei Interesse bitten wir um Bewerbungen bis 28. August an brv@brv.at.
3. Veranstaltungen
3.1. BRV-Ausbildungskurse Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person (Wien)
Die Recycling-Baustoffverordnung sieht eine verantwortliche Person rechtlich zwingend vor: Die „Rückbaukundige Person“ hat bei kleineren und mittleren Bauvorhaben im Auftrag des Bauherrn eine Schad- und Störstofferkundung durchzuführen, eine Objektbeschreibung zu erstellen und ist auch für eine schriftliche Rückbaudokumentation verantwortlich.
Der BRV bietet einen speziell für den Abbruch zusammengestellten Ausbildungskurs vom
- 15. bis 17. September 2026 in Wien
- 24. bis 26. November 2026 in Wien
an, bei dem Vertreter der Behörde, der Prüfanstalten und der Bauwirtschaft notwendiges Wissen über Umweltrecht, Bauchemie, Abbruch und Verwertung vortragen.
Nach erfolgreichem Besuch der Veranstaltung und unter der Voraussetzung einer bautechnischen oder chemischen Ausbildung kann ein Antrag auf Aufnahme in die Liste der Rückbaukundigen Personen, die der BRV für die Allgemeinheit zur Verfügung stellt, gestellt werden.
Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programm oder dem Link: Folder Abbruchkurs_2026.pdf
3.2 Baustellenaushub – von der Ausschreibung über Charakterisierung bis Verwendung
Das Seminar, das am 6. Oktober 2026 in Wien stattfindet, vermittelt einen umfassenden Überblick über den fachgerechten und gesetzeskonformen Umgang mit Baustellenaushub. Behandelt werden die Grundlagen der Ausschreibung, die Probenahme und Beurteilung von Aushubmaterial sowie dessen Verwertung oder Entsorgung unter Berücksichtigung ökologischer und wirtschaftlicher Anforderungen.
Die Teilnehmenden lernen die relevanten rechtlichen Vorgaben und praktischen Vorgehens-weisen sowohl für Kleinbaustellen als auch für Massenaushübe kennen. Themenschwerpunkte sind standardisierte Leistungsbeschreibungen, die Probenahme nach den geltenden ÖNORMEN, die Auswertung von Untersuchungsergebnissen, die Verwendung von Aushubmaterial als Boden, die Verwertung als Recycling-Baustoff sowie die Deponierung.
3.3 BRV-Jahrestagung 2026 „Aktuelle Herausforderungen meistern – Zukunft gestalten“
Am 4. November 2026 lädt der BRV zur zentralen Fachveranstaltung der Branche nach Wien ein. Erleben Sie ein hochkarätiges Programm zu den drängendsten Themen der Bau- und Recyclingwirtschaft – von neuen gesetzlichen Vorgaben bis zu innovativen Lösungsansätzen.
Nutzen Sie diese Plattform für Wissensaustausch, Networking und praxisnahe Impulse.
Highlights der BRV-Jahrestagung 2026:
- Neue AushubVO: Rechtssicherheit und Chancen für die Praxis
- Asbestproblematik: Aktueller Stand und Lösungsansätze
Diskutieren Sie mit führenden Expert:innen über die neuesten Entwicklungen und praxiserprobte Lösungen.
Die kommende Tagung ist für den 4. November 2026 in Wien, Hotel roomz Vienna Prater, angesetzt. Bitte halten Sie sich diesen Termin für den Besuch der Tagung frei.
3.4 BRV-Seminar „Abfallrecht am Bau von A – Z“
Das Seminar, das keine juristischen Vorkenntnisse voraussetzt, gibt einen Ein- und Überblick in das Abfallwirtschaftsrecht und findet am 17. November 2026 in Wien statt. Anhand von Beispielen aus der Praxis sowie Fragen aus dem Kreis der Teilnehmer:innen werden rechtliche Vorgaben und Lösungsvorschläge für komplexe Situationen dargestellt.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Programmfolder.
Beilagen
- Folder „Ausbildungskurs Abbrucharbeiten – Rückbaukundige Person“
- Folder „Baustellenaushub“
- Folder BRV-Jahrestagung 2026 „Aktuelle Herausforderungen meistern – Zukunft gestalten“
- Folder „Abfallrecht am Bau von A-Z“






